Rueckfallrisiko und verkehrspsychologische Begutachtung alkoholauffaelliger Kraftfahrer

In Oesterreich wurden in den letzten Jahren eine Reihe von psychologischen Massnahmen zur Senkung der nach wie vor hohen alkoholbedingten Unfallzahlen gesetzlich verankert. So besteht seit 1997 fuer alle Kraftfahrer, die mit 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration oder mehr im Strassenverkehr auffaellig werden oder den Alkoholtest verweigern, die Verpflichtung, eine verkehrspsychologische Untersuchung zu absolvieren. Neben der Ueberpruefung der kraftfahrspezifischen Leistungsfunktionen besteht dabei eine wesentliche Aufgabe fuer die GutachterInnen darin, das Risiko einzuschaetzen, wie weit der Klient kuenftig wieder unter rechtlich relevantem Alkoholeinfluss am Strassenverkehr teilnehmen wird. Zur Beantwortung dieser Frage stehen den GutachterInnen eine Vielzahl von Daten aus der verkehrspsychologischen Forschung zur Verfuegung. Alkoholauffaellige Kraftfahrer sind demnach charakterisiert durch ein in der Regel sehr problematisches Trinkverhalten, durch eingeschliffene Trink-Fahr-Gewohnheiten sowie ein hohes Rueckfallrisiko hinsichtlich weiterer Alkoholdelikte im Strassenverkehr. Daraus resultiert als ein zentrales Eignungskriterium, dass alkoholauffaellige Lenker meist nur dann positiv begutachtet werden koennen, wenn sie ihre Alkoholkonsumgewohnheiten entscheidend veraendert haben. Lediglich auf eine Trennung von Trinken und Fahren abzuzielen, wuerde vor allem deshalb deutlich zu kurz greifen, weil ein Kraftfahrer im Zustand hoher Alkoholisierung nicht mehr in der Lage ist, seine Vorsaetze zur Trennung von Trinken und Fahren zuverlaessig umzusetzen, und er dementsprechend stark gefaehrdet ist, wieder alkoholisiert im Strassenverkehr aufzufallen. (A)

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  • German

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  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
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  • Created Date: Oct 7 2010 3:57PM