Ueberholverbot fuer LKW auf der A 12 und A 13. Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit

Untersucht wurden die Auswirkungen des seit Ende 1995 bestehenden Lkw-Ueberholverbots auf Teilstrecken der Inntalautobahn A12 und des seit Sommer 1999 auf der Strecke Brenner - Kufstein der Brennerautobahn A13 und der Inntalautobahn A12 geltenden Ueberholverbots. Die Untersuchung besteht aus einer Gegenueberstellung der Unfallkenngroessen von ausgewaehlten oesterreichischen Autobahnen unter besonderer Beruecksichtigung der Unfallkennwerte der Schwerfahrzeuge, einem Drei-Jahres-Vorher/Nachher-Vergleich der Auswirkungen des Lkw-Ueberholverbots auf der A12, einer Kurzzeit-Wirkungsanalyse des erweiterten Lkw-Ueberholverbots auf der Strecke Brenner - Kufstein seit Sommer 1999 und einer Untersuchung der moeglichen Auswirkungen des erweiterten LKW-Ueberholverbots vom Sommer 1999 auf die Verkehrsablaeufe im Bereich der Autobahn-Anschlussstelle Innsbruck-Ost an Hand der Verkehrskonflikttechnik. Fuer die Unfaelle mit Personenschaden wurden die vom Kuratorium fuer Verkehrssicherheit ueberprueften Rohdaten der Statistik Oesterreich verwendet. Die Daten ueber die Unfaelle mit Sachschaden wurden vom Kuratorium fuer Verkehrssicherheit mit Unterstuetzung des Tiroler Verkehrssicherheitsfonds an Hand der Unfallakten der Gendarmerie- und Polizeidienststellen erhoben. Spezielle Unfalldaten wie die Tonnage der beteiligten Lkw und Details des Unfallhergangs wurden fuer beide Unfallgruppen bei den Gendarmerie- und Polizeidienststellen nacherhoben. Die Untersuchung der Unfallkenngroessen auf oesterreichischen Autobahnen ergab unter anderem, dass die Schwerfahrzeug-Unfallrate deutlich hoeher ist als die Kfz-Unfallrate. Die A12 und die A13 sind nicht durch ein ueberhoehtes Unfallrisiko gekennzeichnet. Der Drei-Jahre-Vorher/Nachher-Vergleich fuer die mit einem Lkw-Ueberholverbot belegten Teilstrecken der A12 zeigt deutlich positive Ergebnisse. So konnte trotz einer Zunahme des durchschnittlichen taeglichen Verkehrsaufkommens von rund 15 Prozent eine Reduktion der Unfaelle um 39 Prozent und der Zahl der Verunglueckten um 35 Prozent festgestellt werden. Die Kurzzeit-Wirkungsanalyse des erweiterten Lkw-Ueberholverbots auf der A12 und der A13 beruht auf einem Vergleich der Unfallkennwerte fuer den Zeitraum 21. Juni bis 30. September der Jahre 1998 und 1999. Angesichts der starken Zunahme des Gesamtverkehrsaufkommens infolge des katastrophalen Unfalls im Tauerntunnel lassen die Ergebnisse keinen eindeutigen Schluss auf eine positive Beeinflussung des Lkw-Ueberholverbots auf die Verkehrssicherheit zu. Auf eine positive Wirkungsweise deutet die Tatsache hin, dass die Unfallzahlen nicht im selben Ausmass wie das Verkehrsaufkommen anstiegen. Im Rahmen der Konfliktuntersuchung im Bereich der Autobahn-Anschlussstelle Innsbruck-Ost liessen sich keine Zusammenhaenge zwischen haeufig zu beobachtenden Rueckstaus zu den Verkehrsspitzenzeiten und Pulkbildungen auf Grund des Lkw-Ueberholverbotes feststellen. Der Anhang enthaelt einen umfangreichen Tabellen- und Graphikteil mit den Unfallparametern oesterreichischer Autobahnen, zur Pulkbeobachtung im Bereich Innsbruck-Ost, zum Verkehrsaufkommen Ab-/Auffahrt Innsbruck-Ost sowie Auswertungen mittels der elektronischen Unfalltypen-Steckkarte. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    KURATORIUM FUER VERKEHRSSICHERHEIT, LANDESSTELLE TIROL

    SUEDTIROLERPLATZ 4
    INNSBRUCK,   OESTERREICH  A-6020
  • Authors:
    • HUTER, G
    • HIRSCHHUBER, H
    • CORNET, B
    • ROBATSCH, K
  • Publication Date: 2000-9

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 65S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01194961
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:57PM