Was kostet die Wahrheit? Lkw-Transit und Kosten

In Oesterreich betrug das gesamte Gueterverkehrsaufkommen fuer das Jahr 1999 rund 380 Millionen Tonnen. Davon entfielen drei Viertel auf die Strasse und ein Viertel entfiel auf die Schiene. Das bedeutet, dass jede vierte in Oesterreich transportierte Tonne auf der Schiene abgewickelt wird. Ungefaehr drei Viertel der Lkw-Fahrleistung werden auf dem hochrangigen Strassennetz abgewickelt, was bedeutet, dass auf nur elf Prozent aller Strassen in Oesterreich rund drei Viertel der gesamten Lkw-Fahrleistung erbracht wird. Diese betrug im Jahr 2000 auf den hochrangigen Strassen rund 4,7 Milliarden Lkw-Kilometer. Der Lkw-Transitverkehr ist jener Strassengueterverkehr, dessen Quell- und Zielpunkte ausserhalb von Oesterreich liegen. Obwohl seine Fahrleistung im Jahr 2000 weniger als ein Prozent der gesamten Fahrleistung aller in Oesterreich fahrenden Kraftfahrzeuge und etwa 7 Prozent der gesamten Pkw-Fahrleistung ausmachte, spielt er in der oesterreichischen Diskussion eine grosse Rolle. Um zur Kostenwahrheit im Verkehr zu kommen, muessen Wegekostenrechnungen angestellt werden. Mit ihrer Hilfe wird versucht, den Produktionsfaktorverbrauch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur und seines betroffenen Umfelds - Unfaelle, Stau, Umwelt - infolge ihrer verkehrlichen Benutzung zu ermitteln und diesen in Geld ausgedrueckten Verbrauch den unmittelbaren, aus der Verkehrsbenutzung ableitbaren Einnahmen wie Mineraloelsteuer, Strassenbenutzungsgebuehren, kraftfahrzeug- und motorbezogene Versicherungssteuer gegenueberzustellen. Als Ergebnis erhaelt man die Kostendeckungsgrade beziehungsweise die allgemeine Wegekostenrechnung. Die Ergebnisse dieser umfangreichen und zum Teil komplizierten Berechnungen sind nicht immer eindeutig verwendbar. Die im Auftrag des Wirtschafts- und des Verkehrsministeriums erstellten Wegekostenrechnungen sind sehr moderate Berechnungen. Deren Kostenergebnisse liegen eher im unteren Bereich. Die 1993 berechneten Lkw-Wegekostendeckungsgrade, in die neben den Strassenbenutzungsentgelten auch die Kfz-Steuer und die Mineraloelsteuer einbezogen sind, liegen bei etwa 85 Prozent in der Infrastrukturberechnung. Werden die Kosten fuer die Verkehrsinfrastruktur hingegen nach der dafuer gueltigen EU-Richtlinie nur den Strassenbenutzungsentgelten gegenueber gestellt, kann kaum noch ein Kostendeckungsgrad ermittelt werden, was allerdings nicht fuer die Brennerautobahn gilt. Nicht beruecksichtigt sind in diesen Berechnungen die externen Kosten fuer Unfallfolgen sowie fuer die Umwelt- und Gesundheitsschaeden. Sie betragen in Oesterreich allein fuer den Lkw-Verkehr ueber 30 Milliarden Schilling jaehrlich. Da die im Transit fahrenden Lkw im allgemeinen groesser und vor allem schwerer sind, verursachen sie einen hoeheren Verschleiss an Strasseninfrastruktur und Umwelt als jene Lkw, die nur in Oesterreich unterwegs sind. Dennoch ist der Transitverkehr nach den gleichen Grundsaetzen zu behandeln wie jeder andere Verkehr. Der hoehere Auslaenderanteil auf Transitrouten wird kostenbelastungsmaessig dadurch kompensiert, dass der hoehere Benutzungsentgeltsatz fuer solche Routen auch durch die auslaendischen Fahrzeuge mitzutragen ist. Notwendig ist die zusaetzliche Anlastung der externen Kosten, die durch den Lkw-Verkehr insgesamt verursacht werden. (KfV/A)

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  • German

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  • Accession Number: 01194588
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
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  • Created Date: Oct 7 2010 3:49PM