Unfallpraevention von Kindern und Jugendlichen. Public-Health-Forschungsprojekt zu Unfaellen von Kindern und Jugendlichen abgeschlossen

In drei miteinander verknuepften empirischen Teilen wurde eine differenzierte Analyse des regionalen Unfallgeschehens in Dresden vorgenommen: Befragung von 1.710 Kindern (unter Einbezug der Eltern) zu Freizeitverhalten, Lebens- und Wohnbedingungen; Erhebung medizinischer Daten und der Unfalldaten chirurgisch behandelter Kinder und Jugendlicher; Tests und Interviews mit 129 schwer verletzten Kindern und Jugendlichen. Ziel war die Gewinnung vertiefter Erkenntnisse ueber die Epidemiologie und die Entstehungsbedingungen der Unfaelle unter Beachtung der Unfallschwere als Grundlage fuer eine bedarfsgerechte Intervention und Praevention. Es zeigten sich unter anderem folgende Ergebnisse: Bei Kindern und Jugendlichen verursachen die Sportarten Reiten, "Hand"-Ballspiele und Fussball ein stark erhoehtes Risiko, bei Kindern ausserdem noch Snowboarden. Radfahren weist im Freizeitbereich ein leicht erhoehtes Unfallrisiko auf, im Strassenverkehr ist das Risiko jedoch hoch. Die hoechste Gefahr besteht bei (vor allem maennlichen) Jugendlichen beim Moped- beziehungsweise Kradfahren. Verunglueckte Kinder und Jugendliche weisen vor allem zwei Verhaltenstendenzen auf: Einmal sind es stark nach aussen orientierte, besonders lebhafte Kinder, zum anderen sind es diejenigen (vor allem Maedchen), die durch erhoehte Aengstlichkeit, innere Unruhe und Empfindlichkeit gekennzeichnet sind. Vermehrt unfallgefaehrdet sind insgesamt die maennlichen Kinder und Jugendlichen, die extravertierten Kinder und Jugendlichen sowie diejenigen mit wenig Lernmoeglichkeiten fuer eine vorausschauende Gefahrenkognition und angemessene Verhaltensweisen. Von der Unfallhaeufigkeit her sind die Bereiche Freizeit (43 Prozent) und Schule (42 Prozent) Schwerpunkte der Praevention, hinsichtlich der Unfallschwere sind es die Verkehrsunfaelle (Anteil 8 Prozent). Im Gegensatz zum Bereich Verkehr sind fuer die Praevention von Haus-, Freizeit- und Sportunfaellen noch weniger haeufig wirksame Massnahmen beschrieben. Notwendig ist ein Konzept fuer ein durchgaengiges System der Sicherheits- und Bewegungserziehung fuer Schulkinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die zu beruecksichtigenden Inhalte sind im Einzelnen aufgefuehrt.

  • Authors:
    • GRUNER, E -
    • RICHTER, S
  • Publication Date: 2001

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01194450
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:47PM