Entwicklung von neuen Methoden fuer die Musterpruefung und Mustergleichheitspruefung von Markierungsstoffen im Rahmen der Einfuehrung der ZTV-M 2000 / Neue Methoden fuer die Mustergleichheitspruefung von Markierungsstoffen. Neuentwicklungen im Rahmen der Einfuehrung der ZTV-M 02

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Parameter, die zur Identifizierung nach DIN EN 12802 bestimmt werden, nicht hinreichend im Rahmen einer Mustergleichheitspruefung sind. Technisch bedingte Produktionsschwankungen und die schwierige Probenahme an der Baustelle schraenken die Aussagekraft dieser Parameter noch weiter ein. Die BASt hat daher neue Verfahren zur Identifizierung als Ersatz beziehungsweise Ergaenzung zu den genormten Methoden getestet. Die thermogravimetrische Analyse bietet Informationen zur Zusammensetzung der Markierungsstoffe ueber die Abbautemperaturen. In einem Temperaturbereich von circa 10 Grad C bis 1000 Grad C werden kontinuierlich alle Abbauschritte sichtbar und ueber die Masseveraenderung, der jeweilige Anteil bestimmt. Im Temperaturbereich von circa 350-450 Grad C gelang es, den jeweiligen Temperaturen die Bindemitteltypen zu zuordnen. Der Gehalt an Carbonaten (aus Calzit oder Dolomit) als Calciumcarbonat-Aequivalent, wird durch die Abbaustufen bei mehr als 700 Grad C erfasst. Bei gleichen Inhaltsstoffen konnten Verschiebungen der Temperaturstufen auftreten. Im Falle des Calciumcarbonates konnte dieser Effekt auf die unterschiedlichen Gehalte an Calciumcar-bonat in der Matrix zurueckgefuehrt werden. Generell zeigt sich eine gute Uebereinstimmung der Ergebnisse der Normverfahren nach DIN EN 12802 mit den Massenverlusten der thermogravimetrischen Abbaustufen in vergleichbaren Temperaturbereichen. Bei der thermogravimetrischen Analyse koennen zusaetzliche Erkenntnisse zur Beurteilung der Mustergleichheit herangezogen werden. Insbesondere die Kombination der Infrarotspektrometrie und der Thermogravimetrie ist eine vielversprechende Moeglichkeit fuer die Identifizierung von Markierungsstoffen. Bei sorgfaeltiger Probenvorbereitung ist die Thermogravimetrie reproduzierbar und zur Identifizierung aussagekraeftig. Die Investitionskosten fuer die Thermowaage mit Auswerteeinheit betragen circa 40.000 Euro. Fuer Analyse und Auswertung werden etwa 2,5 Stunden benoetigt. Als Verbrauchsstoffe sind jeweils etwa 20 l Stickstoff und synthetische Luft (jeweils 200 ml/min) erforderlich. Die einfache Durchfuehrung, der geringe Zeit- und Personalbedarf sowie die hohe Aussagekraft rechtfertigen diese Investitionskosten. Die Headspace-Gaschromatografie ermoeglicht es, loesemittelbasierte Markierungsfarben auf das Vorhandensein von nicht zugelassenen, aromatischer Kohlenwasserstoffen und die verwendeten Loesemittel zu ueberpruefen. Bei Kaltplastiken ist die Identifizierung des Bindemittels ueber seine Monomere moeglich. Unter Beruecksichtigung dieser Erkenntnisse, Probenahmen bei Applikationen und Produktionsschwankungen ist noch die Grenzwertfindung, in der die Identitaet einer Probe zum Urmuster angenommen werden kann, notwendig. Als Anhaltspunkte zur Toleranzenfindung dienen die Angaben der TP-M '88. Eine Begruendung der Toleranzen ueber produktionstechnische Schwankungen oder Fehler durch Probenahme und Analytik fehlen. Sind die Erfahrungen positiv, wird die Einarbeitung der Verfahren in die Norm DIN EN 12802 angestrebt. Bericht zum Forschungsprojekt 00361 der Bundesanstalt fuer Strassenwesen. Titel in Englisch: New methods for the sample equality test for use on marking substances. The ENGLISH ABSTRACT is available at http://www.bast.de/htdocs/veroeffentlichung/kurzfass/s27.htm.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 26S
  • Serial:
    • BER BAST S
    • Issue Number: 27
    • Publisher: WIRTSCHAFTSVERLAG NW
    • ISSN: 0943-9323

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Filing Info

  • Accession Number: 01194443
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:47PM