Untersuchungen ueber die Auswirkung des Abstreumaterials bei der Grundierung auf die Dauerhaftigkeit der Brueckenabdichtung

Gemaess der ZTV-BEL-B Teil 1 wird die Grundierung in noch frischem Zustand mit Quarzsand der Lieferkoernung 0,2/0,7 abgestreut. Diese Abstreuung dient der Verbesserung des Verbundes zwischen dem EP-Harz und der Bitumen-Schweissbahn, sowie der Verringerung vorhandener Fehlstellen durch Oeffnen in der Grundierung vorhandener Blaeschen. Ein negativer Aspekt der Abstreuung ist die Bindung von Feuchtigkeit und Schmutz in der Sandschicht, wodurch der Verbund negativ beeinflusst werden kann. Im Rahmen des Projekts wurden 3 Grundierungen in Verbindung mit 6 Bitumen-Schweissbahnen aus der Zusammenstellung der geprueften Stoffe und Stoffsysteme der BASt ausgewaehlt und im Regelaufbau gemaess ZTV-BEL-B, Teil 1 geprueft. Als Grundkoerper dienten am Institut fuer Bauforschung (ibac) hergestellte Betonprobekoerper der Festigkeitsklasse B35 mit einer Betonrezeptur konform zur ZTV-K. Untersucht wurde der Einfluss der Abstreuung, die Variation der Rauhtiefe sowie die Vorkonditionierung der Proben vor dem Beschichten. Die Vorkonditionierung der Proben erfolgte sowohl beim Klima 8/85 als auch 23/50. Die Applikation der Grundierung erfolgte ausschliesslich bei 23/50. Nach Aufbringen der Bitumen-Schweissbahn sowie des Gussasphalts wurden die Proben gemaess TP-BEL-B, Teil 1 bewittert. Anschliessend erfolgte die Pruefung der Abreissfestigkeit. Der Vergleich der geprueften Grundierungen bei Variation der Abstreuung zeigte gravierende Unterschiede sowohl in den Abreissfestigkeiten als auch in den unterschiedlichen Versagensbildern. Tendenziell verlagert sich durch die Einsparung der Abstreuung das Versagen in die Bindeebene Grundierung-Bitumen-Schweissbahn, waehrend bei einer Abstreuung ein Versagen ueber den gesamten Aufbau auftritt. Eine Erhoehung der Rauhtiefe von 0,5 auf 1,0 mm bewirkt eine signifikante Verringerung der erreichbaren Abreissfestigkeiten. Nach bisherigen Kenntnissen sollte ausgehend von den Untersuchungen die Abstreuung weiterhin ausgefuehrt werden, eine Abstreuung im Ueberschuss sollte aber vermieden werden.