Weiterfuehrende Untersuchungen von Bankettschaelgut und Kehrgut

Im Rahmen der Unterhalts- und Pflegearbeiten des umfangreichen Strassennetzes der Bundesrepublik Deutschland ausserhalb von Ortschaften werden die Bankette gemaeht und geschaelt und die Fahrbahn gekehrt. Schaelgut und Kehrgut sind Abfaelle, die einerseits laut Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz vermieden werden muessen, andererseits auch nicht auf Deponien verbracht werden duerfen. Herkunft und Hoehe der Belastung mit Schadstoffen des Schael- und Kehrguts muessen vor der Endlagerung mindestens schaetzungsweise bekannt sein. In einer ersten Studie von 1992 waren nur Strassen mit relativ geringem durchschnittlichem taeglichen Verkehr (DTV) beprobt worden. Die Expositionsdauer des Banketts, das heisst sein Alter seit der letzten Schaelung und somit die Kfz-Menge, die an der Probenstelle vorbeigefahren ist, waren zusaetzlich Gegenstand der vorliegenden Studie. Die neuen Probenorte mit einem DTV groesser als 30.000 Kfz bis kleiner als 80.000 Kfz erstreckten sich jeweils ueber eine Strassenlaenge von 250 m, an der 25 Einzelproben mittels Stechzylinder gezogen und zu einer repraesentativen Sammelprobe zusammengefuehrt wurden. Mit Hilfe chemischer Analysen der Feststoffe und Eluate (Schwermetalle, 16 PAK Einzelsubstanzen, Kohlenwasserstoffe des organischen Anteils (bestimmt als Gluehverlust)) sowie granulometrischer Untersuchungen erfolgte eine Beurteilung der Proben im Vergleich mit Richt- und Grenzwerten geltender Gesetze oder Vorschriften. Zusammenfassend wird gefolgert, dass das feinkoernige Bankettschaelgut auf dem eigenen Grund und Boden, das heisst auf dem weiter von der Fahrbahn entfernten Bankettraum gelagert werden koennte, da lediglich sein organischer Anteil fuer eine Deponierung zu hoch ist, die Eluatewerte der TA Siedlungsabfall aber eingehalten werden. Kehrgut ist dagegen nach abfall- und wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkten als Abfallstoff zu behandeln. Vor seiner Deponierung oder Verwertung sind die dafuer noch zu hohen organischen Belastungen durch Anwendung von technischen Verfahren zu reduzieren. Die stoffliche Belastung des Bankettschaelguts variiert bei den anorganischen (Schwermetallen) und organischen Parametern (insbesondere PAK) in weiten Grenzen, deshalb laesst sie sich nicht generell der Verkehrsstaerke, der Expositionsdauer oder der Verkehrsmenge zuordnen. Eine allgemeingueltige Zuweisung von Belastungswerten, gestaffelt nach DTV- beziehungsweise Alters- oder Kfz-Mengenkategorien ist auf Grund dieser Untersuchungs- und Auswerteergebnisse nicht vertretbar.