Laerm macht krank

Am 30. April 2003 fand zum 8. Mal der "Internationale Tag gegen den Laerm" statt. In Oesterreich wird er vom Oesterreichischen Arbeitsring fuer Laermbekaempfung (OeAL) organisiert. In einer Kooperation mit dem Verkehrsclub Oesterreich (VCOe) wurde vor allem der Verkehrslaerm thematisiert. Der steigende Verkehrslaerm ist zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem geworden. Rund eine Million Menschen leidet in Oesterreich unter dem Laerm von Lkw, Pkw und Motorraedern. Als wichtiger Schritt im Kampf gegen den Laerm wird von Laermexperten die EU-Umgebungslaerm-Richtlinie betrachtet. Sie muss bis zum Jahr 2004 in oesterreichisches Recht umgesetzt werden. Ihr Ziel ist es, ueber die Laermbelastung zu informieren und das Laermbewusstsein zu heben. Ausserdem muessen die Mitgliedstaaten detaillierte Laermkarten erstellen. Auf Basis von Laermmessungen und -berechnungen sollen die Laermbelastungen fuer die meistbefahrenen Verkehrswege ausgewiesen werden. Diese Karten muessen bis spaetestens 2007 vorliegen. Dem VCOe dauert das zu lange, weshalb er ein Laermschutzgesetz fuer Oesterreich fordert, das einklagbare Grenzwerte vorgibt und die Bundeslaender zur raschen Ausarbeitung von Laermkarten zwingt. In Wien weist die Umweltschutzabteilung schon seit 1992 mit Hilfe des Strassenverkehrs-Immissionskatasters (SLIM) die Laermbelastungen fuer das Hauptstrassennetz aus. Die Daten werden unter anderem bei Flaechenwidmungs- und Bebauungsplanung sowie bei der Planung von Schallschutzmassnahmen fuer Wohngebaeude genutzt. Die Massnahmen, die mit Hilfe der Laermkarten durchgefuehrt wurden, haben dazu gefuehrt, dass in Wien die subjektive Laermbelastung durch den Verkehr gesunken ist. Fussgaengerzonen, Tempo-30-Zonen oder die Parkraumbewirtschaftung tragen ebenfalls zur Laermverminderung bei. Laermstress verursacht und foerdert in Kombination mit anderen Faktoren Herz- und Kreislauferkrankungen, psychovegetative Erschoepfungszustaende wie Depressionen und Schlafstoerungen sowie eine geringere Leistungsfaehigkeit. Personen, die an lauten Strassen wohnen, haben ein erhoehtes Herzinfarktrisiko. Laerm fuehrt auch zu sozialen Konflikten wie Nachbarstreit oder Kampf von Anrainern gegen Lokale und Schanigaerten. Laermschutz in der Stadt ist vor allem auch deshalb schwierig, weil jeder Bewohner Laermverursacher und Laermgeplagter gleichzeitig ist. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Laerm und seine Folgen wird von der EU-Kommission auf rund 0,2 bis 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschaetzt. Zum Thema Laerm gibt es verschiedene Informationsmoeglichkeiten, die abschliessend aufgelistet werden. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 38-40
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 17
    • Issue Number: 3/4
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

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Filing Info

  • Accession Number: 01193730
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:16PM