Automobilindustrie Oesterreichs lernt dazu

Modernste Produktionsmittel in der Automobilindustrie erfordern entsprechend qualifizierte Mitarbeiter. Standortvorteile koennen nur durch laufende Investitionen in Fertigungstechnologien sowie durch Aus- und Weiterbildungsmassnahmen gesichert werden. Alle grossen Autohersteller reduzierten in den vergangenen Jahre ihre Zulieferbasis fuer Fahrzeugteile von mehreren tausend Unternehmen auf wenige hundert. Zulieferer sind heute Systemlieferanten. Auch die Produktionsanlagen werden heute meist von speziellen Anlagenbauern erstellt. Unabhaengig vom Automatisierungsgrad uebernehmen pneumatische Komponenten und Systeme heute wesentliche Aufgaben wie die Handhabung und das Transportieren von Blechteilen im Presswerk. Der oesterreichische Pneumatic-Spezialist Festo bietet mit seinem Angebot von mehr als 20.000 Produkten weltweit fuer alle Aufgaben in der Automobilindustrie ein weites und flexibles Spektrum an Produkten und kompletten Systemen. Festo ist auch internationaler Anbieter von Trainingsorganisation und -durchfuehrung fuer die Mitarbeiter der Kunden. Im Zuge der Produktion des neuen 6-Gang-Getriebes wurde Festo von Fiat GM Opel Austria Powertrain mit der Ausbildung von 1.400 Mitarbeitern in den Segmenten Pneumatik, Hydraulik, Sensorik und Robotertechnik beauftragt. Insgesamt werden mehr als 200 Kurse abgehalten. Auch Magna Steyr hat an Festo einen Weiterbildungsauftrag vergeben. Dort werden 450 Mitarbeiter auf elektronische Steuerungen fuer die Fertigung des BMW X 3 und des Saab Cabrio geschult. Beide Ausbildungsprogramme dauern von Januar 2003 bis Mitte 2004. Bereits vor einem Vierteljahrhundert hat Festo begonnen, ein Wissensnetzwerk aufzubauen und damals schon ein Geschaeftsfeld Didactic gegruendet. Es ist davon auszugehen, dass die Zulieferer der deutschen Automobilindustrie in wenigen Jahren mehr als 50 Prozent der Produktentwicklung fuer ein neues Automodell uebernehmen werden. Der Bedarf an hoch qualifizierten Ingenieuren ist daher gross. Aus einer Expertenbefragung durch die Muenchener Unternehmensberatung Accenture unter dem Titel "Auto 2010" geht hervor, dass sich fast ein Viertel der Automobil-Manager vorstellen kann, dass die gesamte Fahrzeugintegration bei Volumenmarken nicht mehr von den Herstellern, sondern von herstelleruebergreifenden Spezialisten realisiert wird. 30 Prozent halten im Laufe einer solchen Entwicklung sogar die Verlagerung der gesamten Produktion an grosse Zulieferer fuer moeglich. 71 Prozent halten es fuer wahrscheinlich, dass Zulieferer eigene Markenstrategien entwickeln und ins Endkunden-Marketing einsteigen. Dem steht aber ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern gegenueber. In Deutschland ging die Zahl der Studierenden in den ingenieurwissenschaftlichen Faechern in den letzten Jahren zurueck. Auch die Umweltkompetenz der Ingenieure laesst zu wuenschen uebrig. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 12-3
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 17
    • Issue Number: 3/4
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

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Filing Info

  • Accession Number: 01193722
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:16PM