Heftige Bestaeubung. Staubbelastung der Luft

Neue epidemiologische Studien haben einen Zusammenhang zwischen Partikelbelastung und verschiedenen gesundheitlichen Auswirkungen nachweisen koennen. Staub ist die Summe unzaehliger Partikel und wird in Form der Einzelteilchen oder als Masse wahrgenommen. Die chemische Zusammensetzung, die Dichte, die wasserbindenden, elektrostatischen Eigenschaften, die Form und Oberflaechenbeschaffenheit sowie die Verweilzeit in der Atmosphaere der Partikel sind die Kenngroessen, nach denen die Partikel unterschieden und in ihrer Wirkung auf Mensch, Tier, Vegetation und Materialien beschrieben werden koennen oder nach denen der Grad der Toxizitaet bestimmt wird. Eine Bewertung der Staubbelastung kann immer nur fuer eine dieser Kenngroessen und nur in Kombination mit einer fuer den gesuchten Parameter spezifischen Sammel- oder Messmethode erfolgen. Zu den wesentlichen von Menschen verursachten Staub- und Partikelquellen zaehlen Verbrennungsprozesse, vor allem Verkehr, aber auch Raumheizung, Industrie und Gewerbe. Zu nennen sind des Weiteren mechanische Prozesse, Tierhaltung sowie natuerliche Quellen wie die Aufwirbelung von Bodenmaterial und biologisches Material wie Bakterien, Pilzsporen oder Abbauprodukte von Pflanzen. Dieselabgase, Reifen- und Bremsabrieb bestehen zum Grossteil aus Kohlenstoff. Groessenverteilung und chemische Zusammensetzung der Partikel variieren nach Standort und Jahreszeit. Die Schwebestaubbelastung (TSP) ging in Oesterreich im Verlauf der 1990er Jahre tendenziell zurueck. Die PM10-Messung, die zur Erfassung und Bewertung des Staubes die Masse als Grundlage nimmt, wird in Oesterreich erst seit 1999 schrittweise aufgenommen. In der EG-Richtlinie 1999/30/EG sind verbindliche Immissionsgrenzwerte fuer die PM10-Belastung festgesetzt. Strengere Zielwerte sind bis 2010 anzustreben. Die Messung der PM2,5-Konzentration an repraesentativen Standorten ist vorgeschrieben. Dabei geht es darum, 50 Prozent der Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von 2,5 Mikrometer zu erfassen, was etwa dem Anteil entspricht, der bis in die Lungenblaeschen gelangt. Die Limitierung der Staubmasse ist nur ein erster Schritt zum Schutz der Bevoelkerung. Die Inhaltsstoffe muessten auch gemaess ihres Toxizitaetsgrades begrenzt werden. Wie berechtigt dies ist, zeigt sich am Beispiel der Dieselabgase mit ihrem hohen Toxizitaetsgrad bei einem stark steigenden Anteil von Dieselmotoren am Gesamtverkehrsaufkommen in Oesterreich. Autoabgase werden generell knapp ueber Strassenniveau emittiert, was eine besondere Gesundheitsbelastung bedeutet, da Fussgaenger und Radfahrer vor allem in Strassen im bebauten Gebiet diese Abgase relativ unverduennt einatmen. Die einzelnen Emissionsbegrenzungen fuer die Autoabgase sind zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber oft nicht ausreichend, da lokale Gegebenheiten wie Bebauungshoehe oder Lage zur Hauptwindrichtung einen wesentlichen Einfluss auf die Hoehe der Staubbelastung haben. Meteorologische Bedingungen beeinflussen die Hoehe der Immission massgeblich mit. Beigefuegt ist eine Tabelle mit den geltenden EU-Immissionsgrenz- und EU-Zielwerten fuer die Staubbelastung sowie eine Kurzbeschreibung der Messverfahren. (KfV/A)

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  • German

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  • Accession Number: 01193694
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:16PM