Verkehrssicherheit von Senioren als Fussgaenger am Beispiel einer Schwerpunktaktion in Deutschland

Von der Gesamtzahl der Unfaelle aelterer Verkehrsteilnehmer ueber 65 Jahre in Deutschland entfallen 20 Prozent auf Fussgaenger. 25 Prozent verungluecken als Radfahrer und 55 Prozent als Pkw-Insassen. Die Zahl der Fussgaengerunfaelle steigt mit zunehmendem Alter an. Ueberhoehte Geschwindigkeit und eine nicht realistische Einschaetzung der Leistungsfaehigkeit von Senioren im Fussgaengerverkehr verursachen zahlreiche Unfaelle. Altersbedingte Leistungseinbussen wie Nachlassen des Seh- und Hoervermoegens, der motorischen Koordinationsfaehigkeit oder verminderte Flexibilitaet und Sicherheit der Sensomotorik fuehren vor allem bei der Fahrbahnueberquerung zu Problemen. Eine haeufige Unfallursache ist das ploetzliche Hervortreten der aelteren Fussgaenger hinter einem Sichthindernis. Aeltere Fussgaenger sind beim Ueberqueren der Fahrbahn zurueckhaltender und zoegerlicher. Kraftfahrzeuglenker gewaehren Kindern haeufiger Vorrang beim Ueberqueren der Fahrbahn als Senioren. In den Verwaltungsvorschriften zur Strassenverkehrsordnung wird der Fluessigkeit des Verkehrs grosse Bedeutung beigemessen. Die Forderung nach Verfluessigung des Verkehrs wird von den Entscheidungstraegern und Planern ausschliesslich auf den Kfz-Verkehr bezogen. Massnahmen zur Foerderung der Fluessigkeit des Autoverkehrs fuehren meist zu einer Verminderung der Fluesssigkeit des Fussgaengerverkehrs. Fuer die Fussgaenger bedeutet dies unter anderem, dass sie grosse Umwege machen muessen, durch unwirtliche Unter- und Ueberfuehrungen zu gehen haben, dass sie lange Wartezeiten bei Lichtsignalanlagen und zu schmale Gehwege hinnehmen und diese auch noch mit radfahrenden Kindern, Skatern und Rollerfahrern teilen muessen. Die Sicherheit der Fussgaenger kann mit Massnahmen der Verkehrsplanung und Verkehrsraumgestaltung, der polizeilichen Ueberwachung sowie der verkehrspaedagogischen Aufklaerung und Bildung verbessert werden. Unter dem Motto "Mobil bleiben. Aber sicher!" wurde im Jahr 2002 eine neue Schwerpunktaktion zur Verkehrssicherheit fuer Senioren gestartet. Traeger ist die Deutsche Verkehrswacht e.V. mit ihren Landes- und Ortsverkehrswachten. Kern der Verkehrssicherheitsmassnahme sind Informationsveranstaltungen der oertlichen Verkehrswachten. Dazu kommen Anzeigenschaltungen in Seniorenzeitungen. Zur Bewerbung der Kampagne wurde eine Kommunikationslinie uebernommen, die derzeit im Rahmen eines Modellprojektes erprobt wird und Senioren als persoenliche Leitbilder in den Vordergrund stellt. Die Veranstaltungen sind auf positive Resonanz gestossen. Die Fortsetzung und Ausweitung der Aktion ist geplant. Die Veranstaltungen sollen zur Vereinbarung von Aktionsbuendnissen genutzt werden. Den Verkehrswachten kommt die Rolle der Koordination der Massnahmen zu. Die Oeffentlichkeitsarbeit soll intensiviert werden. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD D346987. (KfV/A)

  • Authors:
    • ZEHNPFENNIG, A
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01193655
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:15PM