Sicherheitserziehung an Schulen (Safety Tool)

In der Schweiz verunfallen jaehrlich rund 330.000 Kinder im Alter bis zu 16 Jahren. Das Unfallgeschehen an Schweizer Schulen ist wenig erforscht. Die Schweizerische Beratungsstelle fuer Unfallverhuetung (BfU) schaetzt, dass jaehrlich rund 1.300 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren auf dem Schulweg verunfallen. Der Schule kommt bei der Gesundheitspraevention und der Unfallverhuetung ein hoher Stellenwert zu, da Kinder und Jugendliche in einer Entwicklungsphase angesprochen werden koennen, in der Verhaltensweisen und Lebensstile erst entwickelt werden. Die Sicherheitserziehung laesst sich in das uebergeordnete Konzept "Gesundheit" einordnen. Gesundheitserziehung ist eine Methode zur Umsetzung von Gesundheitsfoerderung. Sicherheitsfoerderung an Schulen ist ein Baustein der Gesundheitsfoerderung. Sicherheitserziehung wird als Teil der Gesundheitserziehung betrachtet. Im Mittelpunkt schulischer Sicherheitserziehung steht vor allem die Staerkung der Ressourcen, das heisst der Eigenschaften und Faehigkeiten, die dazu beitragen, Sicherheit zu erhalten, zu verbessern oder wiederzugewinnen. Dafuer sind Sachkompetenz, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz erforderlich. Schule und Bildung sind in der Schweiz Sache der Kantone. Die Zusammenarbeit auf regionaler und nationaler Ebene ergaenzt und unterstuetzt die kantonale Schulhoheit. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK kann Empfehlungen an die Kantone erlassen. Nur wenig ist verbindlich in Lehrplaenen festgelegt. Die Moeglichkeiten, auf nationalem Niveau Sicherheitsfoerderung an Schulen und an den Instituten der Lehrerbildung zu betreiben, sind beschraenkt. Fuer die Sicherheitserziehung muss den Lehrpersonen geeignetes Unterrichts- und Informationsmaterial zur Verfuegung stehen. Die BfU hat 1998 zur Umsetzung von sicherheitsfoerdernden Massnahmen im Unterricht das Projekt Safety Tool ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um Unterrichtsblaetter zur Sicherheitsfoerderung, die je nach Thema vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe 2 in den Stundenplan eingebaut werden koennen. Ehe die Safety Tools ausgeliefert wurden, wurden sie einem Vortest an Kindergaerten, Schulen und Instituten der Lehrerbildung unterzogen. Zwei Jahre nach dem ersten Versand von Safety Tools an die Schulen wurde ein Fragebogen ueber den Bekanntheitsgrad und die Anwendungshaeufigkeit an 8.931 Schulen verschickt. Insgesamt wurden 3.438 Fragebogen ganz oder teilweise ausgefuellt zurueckgeschickt. Die Resultate zeigen, dass im Jahr 2000 die Safety Tools an jeder zweiten Schule, aber nur jeder fuenften Lehrperson bekannt waren. Da sie vor allem den Schulleitern bekannt waren, darf ein Zugangsproblem vermutet werden. Die Zahl der effektiven Anwender lag bei 16 Prozent derjenigen, die Safety Tools kennen. Aufgrund der Umfrageresultate wurden Massnahmen zur Vergroesserung des Bekanntheitsgrads ergriffen. Das Projektbudget umfasst derzeit Aufwendungen von jaehrlich rund 280.000 Euro. Die BfU plant eine Erweiterung und Ergaenzung des inhaltlichen Angebotes zu den einzelnen Safety Tool-Themen durch Aufschalten zusaetzlicher Informationen und interaktiver Lernprogramme auf dem Internet. Die BfU ist um gesamtschweizerische Koordination gemueht. Seit 2002 gibt es auch seitens der EDK und des Bundesamts fuer Gesundheit BAG Bemuehungen zur nationalen Koordination der Gesundheits- und Sicherheitsfoerderung an Schulen. Ein Netzwerk mit Kompetenzzentren soll entstehen. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD D346982. (KfV/A)

  • Authors:
    • Scherer, C
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

Media Info

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Filing Info

  • Accession Number: 01193650
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:15PM