Rueckblick auf die Sicherheitsarbeit des letzten Jahres

Seit Mitte der 1990er Jahre steigen die Unfaelle und Verletzten in Oesterreich kontinuierlich an. Lediglich bei den Getoeteten sind geringfuegige Rueckgaenge zu verzeichnen. Dennoch gibt es im Schnitt pro Tag drei Verkehrstote und die Unfallhaeufigkeit ist in Oesterreich im Vergleich mit den anderen EU-Laendern nach wie vor sehr hoch. Massnahmen zur Bewusstseinsbildung sind fuer das Kuratorium fuer Verkehrssicherheit (KfV) ein entscheidendes Element sinnvoller Verkehrssicherheitsarbeit. Am 8. Januar 2002 wurde vom Ministerrat das Oesterreichische Verkehrssicherheitsprogramm angenommen. Bis zum Jahr 2010 soll die Zahl der Verkehrstoten um 50 Prozent gesenkt werden. Schon im ersten Jahr des Programms wird das jaehrliche Reduktionsziel verfehlt. Ein wichtiges Anliegen ist auch die Senkung der Unfaelle und der Verletzten um 20 Prozent bis zum Jahr 2010. Nach der Einfuehrung der 0,5-Promille-Grenze gingen die Alkoholunfaelle zurueck. In juengster Zeit steigen sie jedoch wieder stark an. Notwendig ist eine verschaerfte Ueberwachung. Das Rueckfallrisiko von Alkoholsuendern kann mit Nachschulungen wirksam verringert werden. Waehrend im Jahr 2002 gegenueber 2001 46 Pkw-Insassen weniger getoetet wurden, wurden 43 Fussgaenger mehr getoetet. Die Autoindustrie sollte fussgaengerfreundliche Autofronten erzeugen. Zwei wesentliche gesetzliche Massnahmen zur Erhoehung der Verkehrssicherheit, die auch im Oesterreichischen Verkehrssicherheitsprogramm verankert sind, traten Anfang 2003 in Kraft. Auf der Basis langjaehriger Forschungsarbeiten des KfV wurde die Mehrphasenausbildung eingefuehrt. Fuehrerscheinanwaerter muessen nun eine zweite Ausbildungsphase durchlaufen, ein Fahrsicherheitstraining und zwei Perfektionsfahrten sowie ein verkehrspsychologisches Gespraech absolvieren. Mt der Einfuehrung verbindlicher Bluttests fuer durch Drogen beeintraechtigte Lenker konnte endlich eine Gleichstellung der beiden Beeintraechtigungsgruende Alkohol und Drogen im Strassenverkehr erreicht werden. Nicht realisiert wurden die gesetzliche Regelung des Mindestabstands. Ebenfalls nicht verwirklicht wurde die vom KfV angeregte verpflichtende Einfuehrung von Licht am Tag ausserhalb des Ortsgebiets und in den Wintermonaten. Das KfV erstellt derzeit ein Handbuch zur Anwendung von Sicherheitsaudits fuer Strassen, fuehrt Pilot-Audits durch und testet die praktische Umsetzbarkeit. Sicherheitsaudits gehoeren zu den im Oesterreichischen Verkehrssicherheitsprogramm vorgesehenen Massnahmen. Mit Oeffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Kampagnen versucht das KfV weiterhin, das Bewusstsein der Bevoelkerung fuer die Verkehrssicherheit zu sensibilisieren. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD D346982. (KfV/A)

  • Authors:
    • THANN, O
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01193648
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:15PM