Werkstoffkennwerte von Tragschichten mit hydraulischer und bituminoeser Bindung

Die Bitumen-HGT (hydraulisch gebundene Tragschicht) ist eine neuartige Tragschicht aus Zuschlaegen und den Bindemitteln Zement und Bitumenemulsion. Durch die Zugabe von Bitumenemulsion zu einer hydraulisch gebundenen Tragschicht wird erwartet, dass infolge der viskoelastischen Eigenschaften des bituminoesen Bindemittels eine Reduzierung der Rissneigung der HGT erreicht wird und das Kerben eventuell entfallen kann, was von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Zur Dimensionierung von Deckensystemen mit solchen neuartigen Tragschichten ist es erforderlich, die Werkstoffkennwerte dieser Tragschicht zu bestimmen. Nach entsprechenden Voruntersuchungen wurde folgende Zusammensetzung fuer die Pruefkoerper festgelegt: 3 Prozent Zementgehalt (CEM I 32,5 R), 2 Prozent Bitumenemulsionsgehalt (hochstabile kationische Bitumenemulsion U 60 K) und 4 Prozent Wassergehalt inklusive Emulsionswasser (1 Prozent niedriger als der optimale Wassergehalt nach Proctor). Nach 28 Tagen wies die untersuchte Bitumen-HGT eine mittlere Druckfestigkeit von 4,7 N/mm2 auf. Also eine geringere Druckfestigkeit als in den Zusaetzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien fuer Tragschichten im Strassenbau (ZTVT-StB 95) gefordert ist. Mit zunehmender Liegedauer tritt jedoch eine Festigkeitsentwicklung auf etwa den doppelten Wert ein (nach 360 Tagen). Der Einfluss der viskosen Komponente wird dabei verringert und die hydraulische Komponente ueberwiegt. Der Vorteil der Bitumen-HGT gegenueber konventionellen HGT liegt in dem anfaenglich sehr geringen Schwindmass, welches aber nach 360 Tagen auf das Schwindmass einer herkoemmlichen HGT anwaechst. Daraus folgt, dass sich eine Bitumen-HGT erst langfristig wie eine konventionelle HGT verhaelt. Aus diesem Grund erscheint es moeglich, unter Betondecken auf das Kerben der Bitumen-HGT zu verzichten, wenn das Betonieren der Betondecke unmittelbar nach dem Einbau der Bitumen-HGT erfolgt. Durch des Fugenschneiden und die anschliessende Rissbildung in der Betondecke wird zwangslaeufig ein Riss in der Tragschicht entstehen, spaetere Rissbildungen in der Bitumen-HGT sind nicht zu erwarten. Fuer die Bemessung entsprechender Asphaltoberbausysteme ergaben sich unter Beachtung der untersuchten Bitumen-HGT keine Auswirkungen.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01193469
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:11PM