Der Tinnitus als Unfallfolge: Physischer oder psychischer Schaden? - Parallelen zur HWS-Rechtsprechung

Das Wissen um die mehr oder weniger umstrittenen Voraussetzungen der Anerkennung einer HWS-Distorsion als Unfallfolge gehoert inzwischen zum Handwerkszeug eines jeden Verkehrsrechtlers. Immer haeufiger klagen Beteiligte aber nach Verkehrsunfaellen - kumulativ oder auch alternativ zu den Folgen einer HWS-Distorsion - ueber einen quaelenden Pfeifton oder ein Rauschen im Ohr: einen Tinnitus. Definitionsgemaess handelt es sich dabei um die Wahrnehmung eines Tones oder Geraeusches ohne akustische Stimulation von aussen. Die Beeintraechtigungen, die von diesem Ton fuer den Betroffenen ausgehen, koennen zu ganz erheblichen Einbussen an Lebensqualitaet und auch zu Einschraenkungen im Berufsleben bis hin zur Erwerbsunfaehigkeit fuehren. Beispiele aus der juengeren Rechtsprechung zeigen, dass sich allein die daraus resultierenden Schmerzensgeldansprueche ohne weiteres auf 10.000 bis 50.000 Euro belaufen koennen. Entsprechend hoehere Schadenspositionen koennen sich im Einzelfall aus Mindererwerbs-, Erwerbsausfall- oder gar Haushaltsfuehrungsschaeden ergeben. Nach einer 1998 durchgefuehrten Erhebung der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. (DTL) sind in Deutschland circa 3 Millionen Erwachsene von chronischem Tinnitus betroffen. Bei circa 10 Millionen Deutschen kommt es jaehrlich zu Tinnitus (Neuerkrankungsrate), der bei etwa 340.000 Betroffenen in eine chronische Form uebergeht. Es handelt sich somit um ein weitverbreitetes Phaenomen. (A)

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01193371
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:09PM