Skandal um Lkw-Emissionen

Trotz der Grenzwertabsenkung von Euro-I auf Euro-II und Euro-III werden entlang der Autobahnen hoehere Stickoxid-Werte gemessen, als es die Berechnungen der Emissions-Modelle vorhersagen. Hier konnten die Umweltaemter Deutschlands, Oesterreichs, der Niederlande und der Schweiz den Lkw-Herstellern nachweisen, dass sie die gestufte Normabsenkung nicht wirklich verfolgt hatten, sodass die NOx-Emissionen der Lkw heute um 41 Prozent und im Jahr 2010 um 50 Prozent hoeher liegen als erwartet. Theoretisch sollte der Stickoxid-Ausstoss der Euro-II-Motoren gegenueber der Euro-I-Norm um 25 Prozent vermindert werden, aber dieser lag 30 Prozent hoeher als erwartet. Durch die Einfuehrung elektronischer Einspritzsysteme bei den Motoren fuer schwere Nutzfahrzeuge ist es moeglich, in den verschiedenen Bereichen des Motorfeldes unterschiedliche Einspritzstrategien zu programmieren. Auf diesem Wege wurden die Motoren offenbar von den Lkw-Herstellern ausserhalb der gesetzlich festgelegten 13 Messpunkte des stationaeren Messverfahrens gezielt auf den spezifischen Verbrauch optimiert. Die Industrie hat dem Bundesumweltministerium versichert, dass sie die Emissionsfaktoren, die in die Modelle zur Berechnung von Stickoxid-Emissionen eingehen, einhaelt und auf Basis dieser Emissionsfaktoren ihre weitere Motorenentwicklung vornimmt. Die Bundesrepublik Deutschland ist wiederum auf Grundlage dieser Emissionsfaktoren rechtliche Verpflichtungen, wie die NEC-Richtlinie der Europaeischen Union, eingegangen, die durch die gebrochene Zusage der Industrie nun verfehlt werden. Als Konsequenz ergeben sich die Optionen, dass die Begrenzungsverpflichtungen der EU gegenueber aufgeweicht werden, und/oder dass das Emissionsverhalten der Lkw geaendert werden. Hierbei ist die erste Option der Weg des geringeren Widerstandes, da alle Staaten betroffen sind. Die zweite Option ist jedoch aus technischer Sicht die naheliegende, da man nur die Lkw-Hersteller veranlassen muss, die Motorenprogrammierung zu aendern, was von heute auf morgen getan werden kann.

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01193306
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:08PM