OEBB: neue Technik fuer bessere Zukunft

Im Bildungszentrum der Oesterreichischen Bundesbahnen St. Poelten/Woerth konnte der neue "Locomotive Interactive Simulator for the Austrian Railways" (LISA-Fahrsimulator) in Betrieb genommen werden. Er ist derzeit der modernste seiner Art weltweit und wurde von der franzoesischen "CORYS TESS" geliefert. Es handelt sich um einen Vollkabinen-Fahrsimulator mit einem 6-Achsen-Bewegungssystem. Er wird mittelfristig den Aufwand an Ausbildungskosten und Traktionsenergie deutlich reduzieren. Zusaetzlich wurden 4 Part-Task-Trainer geliefert. Dabei handelt es sich um kleine Pulte, mit denen Schueler im Selbstlernmodus die verschiedenen Strecken abfahren und einfache Szenarien durchspielen koennen. Ein Computermodell reproduziert die gesamte Schalt-, Traktions- und Bremslogik der Taurus-Lokomotiven von Siemens sowie etwa 50 verschiedene Fahrzeugstoerungen. Die Bahnstrecken werden mit Hilfe von Computergraphik in Echtzeit berechnet und vor dem Schueler an eine Leinwand projiziert. Dies geschieht mit Hilfe des "CORYS TESS"-Streckeneditors. Der Simulator ist so konzipiert, dass man auf dem Fahrersitz Bewegungen wie Beschleunigung, Bremsen oder das Fahren ueber Weichen und in Kurven spueren kann. 300 Kilometer des oesterreichischen Netzes sind im Fahrsimulator vorgefertigt. 3D-Darstellungen sorgen fuer eine naturgetreue Wiedergabe der Strecke. Mit dem "Energiesparmodul" werden oekonomische Fahrweisen erlernt. Im Bildungszentrum der OEBB werden jaehrlich zwischen 1.300 und 1.500 Bahnbeschaeftigte ausgebildet, inzwischen nicht mehr nur OEBB-Bedienstete, sondern auch Beschaeftigte anderer Bahn- oder Bahnbautechnikunternehmen. Lokfuehrer verbringen 11 Wochen ihrer insgesamt 48 Wochen dauernden Ausbildungszeit im Bildungszentrum St. Poelten/Woerth. Eine weitere Neuerung bei den OEBB ist der Einsatz eines mobilen Terminals, das zeitsparendes und sicheres Umladen vom Waggon auf den Lkw und umgekehrt ermoeglicht. Der "Mobiler" wurde von Wolfgang Bermueller erfunden, von der Salzburger Firma Palfinger weiterentwickelt und wird von den OEBB vertrieben. Der Umschlag kann so an jedem Bahnhof erfolgen. Damit koennen die OEBB den Weg der konsequenten Kundenorientierung weitergehen. Seit 1997 konnte das jaehrliche Transportvolumen von 74 Millionen Tonnen auf mehr als 86 Millionen Tonnen gesteigert werden. Weitere Massnahmen im Sinne der Kundenorientierung wurden ergriffen. Zum Beispiel wurde gemeinsam mit den Gueterverkehrsbereichen der franzoesischen Staatsbahnen und der Schweizerischen Bundesbahnen zwischen Oesterreich und Frankreich die Gueterzugdirektverbindung "Autriche Express" eingefuehrt. Ausgebaut werden soll auch die Rollende Landstrasse ueber den Brenner. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 20-2
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 17
    • Issue Number: 2
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

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Filing Info

  • Accession Number: 01193037
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:03PM