Ueberwachung des Abstandes in der Praxis

Vorgestellt wird das neue Abstandsmessgeraet der oesterreichischen Exekutive. Ergaenzend werden Vorgangsweise und Erfahrungen der oberoesterreichischen Gendarmerie mit dem Geraet berichtet. Fuer ganz Oesterreich wurden 5 Abstandsmessgeraete angeschafft. Eines kostet zusammen mit dem Fahrzeug, in dem die dazugehoerende Computer- und Monitor-Ausruestung untergebracht ist, 140.000 Euro. Die Messung wird von einer Bruecke, die ueber die Autobahn fuehrt, in Richtung des ankommenden Verkehrs vorgenommen. 3 digitale Videokameras nehmen das Geschehen auf, eine zeichnet die Messpunkte auf und die beiden anderen haben die Autokennzeichen zu identifizieren. Die Messung erfolgt mittels eines Computerprogramms vom Radaufstandspunkt des vorausfahrenden zum Radaufstandspunkt des nachkommenden Fahrzeugs, abzueglich des Radstandes des vorausfahrenden Fahrzeugs. Im Ausruestungsfahrzeug bedienen 2 Beamte das System. In Oberoesterreich wurden dafuer 4 technisch versierte Beamte ausgebildet. Die Lenker werden nach der Tat rasch angehalten. Dies ist besonders auf der Westautobahn wichtig, weil sonst 40 bis 45 Prozent der Anzeigen mangels Durchfuehrbarkeit des Verwaltungsstrafverfahrens im Sand verlaufen. Die Fahrer sind unmittelbar nach der Gesetzesuebertretung im Allgemeinen einsichtig. Erhalten sie erst spaeter eine Anzeige zugeschickt, ist dies oft nicht mehr der Fall. Mit dieser Vorgangsweise erreicht man eine Gleichbehandlung der in- und der auslaendischen Rechtsuebertreter. Es zeigt sich bei den Kontrollen, dass die Draengler gleichzeitig sehr oft andere Gesetzesuebertretungen begangen haben. Nicht wenige angehaltene Draengler hatten keinen Fuehrerschein oder waren mit Haftbefehl international gesucht worden. Die oberoesterreichische Gendarmerie konzentriert sich zunaechst darauf, die "echten Draengler" zu strafen, also jene, deren Sicherheitsabstand zwischen 0,1 und 0,6 Sekunden liegt. Ein Erlass zur Durchfuehrung des Paragrafen 18 Absatz 1 Strassenverkehrsordnung sieht im Bereich von weniger als 0,5 Sekunden Abstand eine Anzeige oder Sicherheitsleistung vor. Von 0,51 bis 0,8 Sekunden sollte ein Organmandat verhaengt werden, was aber aufgrund der personellen Knappheit bei der Exekutive selten geschieht. Der in der StVO fuer Fahrzeuge mit groesseren Laengsabmessungen normierte Abstand von 50 Metern ist graue Theorie. Schwerpunktmaessig wird gegen jene vorgegangen, die sich im Abstandsbereich von 7 bis 10 Metern bewegen. Die derzeitigen Strafen sind nach Meinung der Gendarmerie Oberoesterreich zu niedrig. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD D346926. (KfV/A)

  • Authors:
    • SCHERLEITNER, K
  • Publication Date: 2002

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01192999
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:02PM