Anwendung des Teilsicherheitskonzeptes im Tunnelbau, offene und geschlossene Bauweise

Zur Erprobung des Teilsicherheitskonzeptes im Tunnelbau wurden Vergleichsberechnungen nach neuem Teilsicherheitskonzept und nach bisherigem Globalsicherheitskonzept durchgefuehrt. Als Beispiele wurden ein Spundwandverbau, ein Trogbauwerk, eine Bohrpfahlwand, ein Tunnel in offener Bauweise und ein Tunnel in geschlossener Bauweise berechnet. Die Untersuchungen haben im Wesentlichen die folgenden Ergebnisse ergeben: - Fuer das betrachtete Spundwandbauwerk als Baubehelf ergibt das neue Teilsicherheitskonzept ein etwa gleiches Sicherheitsniveau wie das bisherige Globalsicherheitskonzept. - Fuer die Trog- und Tunnelbauwerke sind die Erd- und Wasserdruecke die vorherrschenden Einwirkungen. Daher sollten die Teilsicherheitsbeiwerte fuer diese Lasten und konsequenterweise auch fuer das Eigengewicht des Bauwerks nach der hierfuer geltenden Vorschrift DIN 1054 angesetzt werden. - Fuer die Stahlbetonbauwerke einschliesslich der Tunnelaussenschale des bergmaennischen Tunnels sollten auch die Bauzustaende in LF 1 (staendige und voruebergehende Bemessungssituationen = Endzustand) nach DIN 1054 eingestuft werden. - Die Biege- und Schubtragsicherheit des Troges und der Tunnel in offener und geschlossener Bauweise ergibt sich nach dem Teilsicherheitskonzept etwas kleiner als bei Bemessung nach bisherigem Konzept. Dies erscheint im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit einer zutreffenden Erfassung der Erd- und Wasserdruecke (offene Bauweise) beziehungsweise im Hinblick auf die untergeordnete Bedeutung der Biegetragfaehigkeit von Tunnelschalen akzeptabel und entspricht dem probabilitischen Sicherheitskonzept. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die ZTV-ING Teil 5 Abschnitte 1 und 2 und die zugehoerigen fachspezifischen Vorschriften zusammen eine hinreichende und zweckmaessige Grundlage fuer die Anwendung des Teilsicherheitskonzeptes im Tunnelbau, offene und geschlossene Bauweise, sind. (A)