ANBINDUNG: Mobilitaetsanforderungen und Praeferenzen

Das Projekt "Anforderungen Aelterer an eine benutzergerechte Vernetzung individueller und gemeinschaftlich genutzter Verkehrsmittel" (ANBINDUNG) mit der Laufzeit von September 1994 bis Dezember 1999 hatte die Zielsetzung, die Lebens- und Mobilitaetssituation aelterer Autofahrer, die im Umland groesserer Staedte wohnen, zu untersuchen. Die empirischen Teile von ANBINDUNG bestehen aus fuenf Untersuchungen, die kurz geschildert werden. Ueber die wesentlichen Ergebnisse zweier dieser Untersuchungsteile wird im Einzelnen berichtet: 1. Insgesamt 203 Autofahrer im Alter von 60 - 88 Jahren aus dem Umland der Staedte Koeln und Dresden dokumentierten ueber eine Woche saemtliche ausser Haus zurueckgelegten Wege in einem Mobilitaetstagebuch. Die Auswertung der Aufzeichnungen sowie der ausserdem durchgefuehrten Interviews zeigt unter anderem, dass etwa zwei Drittel aller Strecken mit dem Pkw zurueckgelegt werden. Oeffentliche Verkehrsmittel nehmen mit 2,1 Prozent aller Strecken nur einen extrem geringen Anteil an der Alltagsmobilitaet ein, eher ist das Fahrrad fuer Aeltere von Bedeutung. Bemerkenswert ist, dass der Pkw selbst zu Zielen innerhalb des gleichen Ortes zu 50 Prozent eingesetzt wird. Negative Erlebnisse werden in 16,2 Prozent bei den Fahrten mit dem Pkw genannt, bei der Nutzung oeffentlicher Verkehrsmittel in 37,9 Prozent der Fahrten. 2. Im Rahmen des zweiten geschilderten Untersuchungsteils werden die Ergebnisse bezueglich der Anforderungen Aelterer an oeffentliche Verkehrsmittel wiedergegeben, gegliedert nach folgenden Problembereichen: Fahrtkostenreduzierung; Schutz vor Kriminalitaet und Belaestigung; Erleichterung des Fahrscheinerwerbs; Verringerung der Anonymitaet; Toiletten; Imageverbesserung der Verkehrsmittel; Verbesserung der Unfallsicherheit; Vereinfachung der Tuerbedienung; Reduktion koerperlicher Anforderungen; Komfortverbesserungen; Zugangserleichterungen; Orientierungshilfen; Erleichterung der Fahrradmitnahme sowie weniger Wartezeiten. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die untersuchten aelteren Autofahrer ihren Pkw zwar viel nutzen, dies jedoch weniger aus Freude am Fahren als vielmehr deshalb, weil sie keine akzeptablen Alternativen sehen. Beitrag zur Tagung "Mobilitaet und gesellschaftliche Partizipation im Alter" des Lehrstuhls fuer Verkehrspsychologie an der Technischen Universitaet Dresden mit Unterstuetzung des Bundesministeriums fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 10. und 11. Juli 2001, Dresden. Siehe auch Gesamtaufnahme der Tagung, ITRD-Nummer D351925.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01192757
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-17-017990-X
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:57PM