Finanzierungsmoeglichkeiten zur Infrastruktur

Die Verkehrsplanung der letzten Jahre ist charakterisiert von Begriffen wie "Verursacherprinzip", "Internalisierung externer Kosten", "Public Private Partnerships" (PPP) oder "Eisenbahnreform". Es wird hierbei von spezifischen Voraussetzungen ausgegangen, die in der Praxis oft nicht zutreffen, wodurch sich Missverstaendnisse und unerwuenschte Konsequenzen ergeben koennen. Die Europaeische Investitionsbank (EIB) als europaeische Finanzierungsinstitution muss sich aufgrund ihrer vielseitigen Aktivitaeten auf dem Verkehrssektor mit diesen Begriffen und deren potenziellen Anwendungsschwierigkeiten in der Praxis auseinandersetzen. Seit 1990 hat die EIB im Strassen- und Eisenbahnbereich in den 8 kontinentaleuropaeischen Beitrittslaendern und den 7 Balkanlaendern langfristige Projektdarlehen in einer Gesamthoehe von 10,8 Milliarden EUR gewaehrt. Circa 70 Prozent aller Darlehen betreffen Strassen, 30 Prozent betreffen Eisenbahnen. In Ost- und Suedosteuropa wurden die Erneuerung von rund 15.000 km, und der Neubau von rund 1.400 km Strassen beguenstigt. Im Eisenbahnbereich wurden rund 6.000 km Eisenbahnlinien mit Hilfe von EIB-Darlehen erneuert, 110 km wurden neu gebaut, und circa 3.200 Einheiten von rollendem Material beschafft. Die Betonung liegt auf der Erneuerung bestehender Netze anstelle von Neubau. Zur Finanzierung der Gesamtprojektkosten hat die Bank mit ihren langfristigen Darlehen im Schnitt 30 Prozent beigetragen. Zwei Drittel aller EIB-Projekte im Verkehrssektor in der Ost- und Suedosteuropa-Region sind von der EU, der EBWE, der Weltbank oder der Kreditanstalt fuer Wiederaufbau (KfW) kofinanziert. Kredite kommerzieller Geschaeftsbanken, oder direkte private Beteiligungen sind eher selten. Unter den Projektpruefungskriterien der EIB sind eine ausreichende volkswirtschaftliche Rentabilitaet, eine realistische Einschaetzungen der Nachfrage (Verkehrsfrequenz, Passagieraufkommen, etc.), Umweltaspekte, sowie die Einhaltung der Regelungen zur oeffentlichen Auftragsvergabe. Eventuelle Externalitaeten und ein Vergleich der ermittelten oekonomischen und finanziellen Werte, rechtfertigen eine Zuschussfoerderung durch die oeffentliche Hand, auch im Rahmen von Public Private Partnerships. Die Strategie der EIB im Verkehrssektor ist bestimmt durch die Notwendigkeit des vollen Einbezugs Suedosteuropas in den europaeischen Integrationsprozess. Es geht um die Erhaltung des bestehenden Kapitals, die Modernisierung und Anpassung der Netze, und um die Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen auf gesamteuropaeischer Ebene, die eine langfristige Transportstrategie ueberhaupt erst ermoeglichen. Hierbei stuetzt sich die Bank auf Strategiepapiere und Studien wie das Transport Infrastructure Needs Assessment (TINA) (fuer Zentraleuropa), die paneuropaeischen Verkehrskorridore der Kreta und Helsinki Konferenzen, und des erst vor kurzem zum Abschluss gebrachten Transport Infrastructure Regional Study (TIRS) fuer die 7 Balkanlaender (Albanien, Bosnien, Bulgarien, Jugoslawien, Kroatien, Mazedonien und Rumaenien). (A) Beitrag zum 1. Europaeischen Verkehrskongress "Verkehrspolitische und verkehrswirtschaftliche Strategien der EU-Erweiterung" der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft, 7. und 8. November 2002 in Berlin. Siehe auch Gesamtaufnahme, ITRD-Nummer D351905.

  • Authors:
    • HOERHAGER, A
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01192736
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:57PM