Auswirkungen neuer Informationstechnologien auf das Fahrerverhalten

Aufgrund neuer Informationstechnologien stehen dem Fahrer bereits jetzt eine Vielzahl von Systemen und Informationen im Fahrzeug zur Verfuegung oder werden in Kuerze verfuegbar sein. Die Funktionsweise der Systeme wird erlaeutert, die auf sie gerichteten Erwartungen dargestellt, ebenso vorliegende Studien zur Evaluation. Eine ungefilterte Ausgabe der Informationen wuerde den Fahrer ueberfordern. Daher wird ein "Informations-Manager" vorgestellt, der verhindert, dass zu viele Informationen zur gleichen Zeit oder in einer unguenstigen Verkehrssituation dem Fahrer uebermittelt werden. Der Informations-Manager teilt die Informationen in Kategorien wie "Fahrer- oder Fahrzeuginitiiert", "sicherheitsrelevant" oder "dringend beziehungsweise aufschiebbar" etc. ein. Die Ausgabelogik wird - neben dieser Kategorisierung - durch einen Belastungspraediktor gesteuert, der aufgrund von Fahrzeugparametern, von Aktionen des Fahrers und Umweltbedingungen eine Analyse und Vorhersage der Belastung ermoeglicht. Versuche zum Brems-, Beschleunigungs- und Ueberholverhalten zeigen, dass es moeglich ist, anhand von Daten, die im Fahrzeug am so genannten CAN-Bus anliegen (zum Beispiel Pedalstellungen, Lenkwinkel, ABS-, ESP-Sensor), Aussagen ueber Fahrmanoever sowie den Fahrstil zu treffen. Die zusaetzliche Beruecksichtigung von Schalterstellungen (zum Beispiel Licht, Nebelleuchte etc. "ein") und Betaetigung von Systemen (zum Beispiel Navigationssystem aktiv) gibt eine gute Abschaetzung des Fahrerzustands. In einem gross angelegten Feldversuch zur Evaluation des Informations-Managers werden drei Versuchsbedingungen realisiert: Ein Serien-System, ein Informations-Manager, der Informationen situationsabhaengig ausgibt, sowie als Fahrerunterstuetzungs-Systeme Rueckschaukameras (mit beziehungsweise ohne Warnpiktogramm) und Distanzregelung (ACC beziehungsweise ACC mit Stop- and Go-Funktion). 36 Personen (Alter 30 - 50) fahren auf parallelisierten Strecken (nach Schwierigkeit, Verkehrsaufkommen) unter allen Versuchsbedingungen. In den normalen Verkehr werden spezifische Verkehrssituationen durch instruierte Teilnehmer eingebaut. Als abhaengige Variablen werden Blickverhalten, Fahrzeugparameter (Gas, Bremse, Lenk-winkel) und Fragebogendaten erhoben. Die sequentielle Ausgabe von Informationen wird klar bevorzugt. Besonders interessante Ergebnisse der objektiven Daten sind: Auch redundante Display-Inhalte und irrelevante Anzeigen ziehen den Blick des Fahrers laenger an. Das Aufrufen eines Ziels aus dem Zielspeicher des Navigationssystems erfordert lange Blickzuwendungen. Mit Informations-Manager blicken die Teilnehmer laenger, dafuer aber seltener zum Mittendisplay als ohne. Der Informations-Manager fuehrt zu einem entspannteren Fahrstil. Auch wirkt er sich positiv auf die Verkehrssicherheit aus. Durch ein Warnpiktogramm im Rueckschau-Display (Fahrzeug im toten Winkel) wird die Sicherheit in Ueberholsituationen verbessert. Titel in Englisch: Effects of new information technologies on driver behaviour. The ENGLISH ABSTRACT is available at http://www.bast.de/htdocs/veroeffentlichung/kurzfass/m149.htm. Bericht zum Forschungsprojekt 82.128/1997 (ITRD-Nummer D706977) der Bundesanstalt fuer Strassenwesen.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01192525
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:52PM