Zu den Anforderungen an die Funktionalitaet eines Gehwegs (Urteil des Bay VGH vom 11. 6. 2002 - AZ: 6 B 97.2354)

Gehwege dienen ihrer Zweckbestimmung nach primaer der Sicherheit von Fussgaengern. Ob ein baulich angelegter Streifen zwischen Fahrbahn und Anliegergrundstueck als Gehweg angesehen werden kann, ist abhaengig von der Mindestbreite, die ein sicheres Begehen getrennt vom Autoverkehr ermoeglicht. Die Empfehlungen fuer die Anlage von Erschliessungsstrassen - EAE 85/95, erstellt von der Forschungsgesellschaft fuer Strassen- und Verkehrswesen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium fuer Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, enthaelt Orientierungswerte fuer Gehwegbreiten. Um einen gefahrlosen Begegnungsverkehr zweier Fussgaenger zu ermoeglichen, sind fuer jeden Fussgaenger 0,75 m, also 1,50 m, zuzueglich eines Sicherheitsabstandes zur Fahrbahn von 0,50 m, insgesamt also 2 m, erforderlich. Eine Unterschreitung dieser Breite ist nur vertretbar, wenn wegen beengter Raumverhaeltnisse andernfalls auf einen Gehweg vollstaendig verzichtet werden muesste. Ein Streifen von 0,50 m ist keinesfalls als Gehweg, sondern nur als Schrammbord anzusehen.

  • Publication Date: 2002

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01191731
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:52PM