Verkehrssicherheit in der Gemeinde

Das Unfallrisiko in den oesterreichischen Gemeinden ist sehr unterschiedlich. Dies hat verschiedene Ursachen, und einfache Loesungen fuer die Erhoehung der Verkehrssicherheit gibt es nicht. Das Verkehrsklima ist ein Komplex von Meinungen und Einstellungen und wird unter anderem auch dadurch beeinflusst, wie viel in einer Stadt zu Fuss gegangen, mit dem Fahrrad, Auto, Bus oder mit der Bahn gefahren wird. Wie sicher Gehen oder mit dem Rad fahren ist, haengt vor allem von der Staerke des Fuss- oder Radverkehrs ab. Oeffentlichkeitsarbeit an Schulen, die Schulkinder zum Gehen oder Radfahren ermutigt, ist ein Beitrag zu einer positiven Aenderung des Verkehrsklimas. Die Wirkungsmechanismen zwischen Verkehrsinfrastruktur und Verkehrssicherheit sind komplex. Es ist sicherer, einen Kilometer auf der Autobahn zurueckzulegen als auf einer Landstrasse. Ein Ausbau hochrangiger Strassen fuehrt aber dennoch nicht gleichzeitig auch zu mehr Sicherheit, da er im Gueter- und Personenverkehr eine Verlagerung von sicheren zu unfalltraechtigen Verkehrsarten bewirkt. In Staedten korreliert eine hohe Dichte des Netzes von vier- und mehrstufigen Hauptverkehrsstrassen mit hohen Verunglueckungsraten. Personen, die nicht persoenlich ueber ein Auto verfuegen, benoetigen fuer ihr Mobilitaetsbudget an zurueckgelegten Wegen stets eine Kombination von mehreren Verkehrsmitteln. Wie stark der Oeffentliche Verkehr mit seinem besonders niedrigen Unfallrisiko genutzt wird, haengt auch davon ab, wie attraktiv Gehen und Radfahren sind. Ein Mobilitaetsbudget, das sich aus der Kombination von Gehen oder Radfahren, Bus- und Bahnfahrten zusammensetzt, ist pro Kilometer etwa um das 2,5fache sicherer als ein Mobilitaetsbudget, das im Wesentlichen aus Autofahrten besteht. Einen nicht zu unterschaetzenden Einfluss auf die Erreichbarkeit von Zielen und auf die Verkehrssicherheit ueben Gemeinden mit ihren Entscheidungen ueber die Flaechenwidmung aus. Diese koennen dazu fuehren, dass die taeglichen Wege nur noch mit dem Auto auf zweckmaessige Weise zurueckgelegt werden koennen. Eine Siedlungsstruktur, die die fusslaeufige Erreichbarkeit von Zielen und die Erschliessung durch den oeffentlichen Verkehr beguenstigt, vermeidet Zwangsmobilitaet im Privatauto und reduziert das Unfallrisiko. In den Vorarlberger Staedten Bregenz und Dornbirn hat die Einfuehrung eines Stadtbusnetzes zu einem Rueckgang der Unfallzahlen um etwa 20 Prozent gefuehrt. Positive Effekte auf die Verkehrssicherheit haben auch regionale Taktsysteme des oeffentlichen Verkehrs. Solche wurden vor allem in Salzburg und Vorarlberg unter der Traegerschaft von Gemeindeverbaenden eingefuehrt. Um das Gehen attraktiver zu gestalten, sind Umwege und Wartezeiten zu vermeiden. Ein dichtes Wegenetz erspart Umwege. Das Gehen muss gleichzeitig sicherer werden. Gerade bei Schulwegen zeigt sich, dass die Angst vor Gefahren zusaetzliche Sicherheitsprobleme schafft. Immer mehr Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto in die Schule, was die Schulumgebung fuer die anderen Kinder unsicher macht und noch mehr Eltern veranlasst, Kinder ins Auto zu setzen. (KfV/A)

  • Publication Date: 2003

Language

  • German

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  • Accession Number: 01191499
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:48PM