Die Sonne liefert den Strom

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) prognostiziert, dass in 30 Jahren zwei Drittel mehr Energie benoetigt wird als heute. Blieben Kohle, Gas und Erdoel weiter die wichtigsten Energietraeger, wuerden die Kohlendioxidemissionen innerhalb der naechsten drei Jahrzehnte um 70 Prozent zunehmen. Mitglieder der IEA-Arbeitsgruppe "Erneuerbare Energie" sind der Meinung, dass es moeglich waere, um die Mitte des 21. Jahrhunderts die Haelfte des weltweiten Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie zu decken. Grosse Hoffnung wird in die Photovoltaik gesetzt. Die im Jahr 2001 in Oesterreich vorhandenen Solarzellen erbrachten eine Leistung von 6.124 Kilowatt. Trotz hoher Zuwachsraten ist die Photovoltaik immer noch ein Nischenprodukt. Nur ein Prozent des weltweiten Strombedarfs wird mit der Sonnenkraft produziert. Die Technologie ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass eine Nutzung in grossem Umfang moeglich waere. Die EU und die USA haben verschiedene Programme zur Foerderung der Solarenergie gestartet. Ein Drittel der in den westlichen Industriestaaten benoetigten Energie wird in Gebaeuden verbraucht. Die Solartechnologie findet Eingang in Architektur und Bautechnologie. Gebaeude werden vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger. Die Oelmultis Shell und BP sind zu Solaranbietern geworden. BP Amoco als weltgroesster Anbieter hat zum Beispiel ein Energiedach entwickelt, das mit Bitumen eingedeckte, renovierungsbeduerftige Flachdaecher ersetzt. Gleichzeitig will BP rund 200 Tankstellen weltweit mit Solarpanels ausruesten. Mit der Umruestung von Tankstellen wurde auch in Oesterreich begonnen. Die Energie aus den Solarmodulen deckt den Strombedarf fuer die Beleuchtung und die Kraftstoffpumpen. Die Sonnenkraftwerke werden immer groesser. Eines der groessten Photovoltaikdaecher der Welt wurde anlaesslich der Gartenbauausstellung Floriade im niederlaendischen Haarlemmermeer errichtet. Die Daecher der suedlichen Halle der Neue Messe Muenchen produzieren ebenfalls Sonnenstrom, der teilweise in das Netz der Stadtwerke Muenchen gespeist wird. Photovoltaik ist im Vergleich zu anderen Energietraegern immer noch relativ teuer, was die Suche nach Synergieeffekten antreibt. So werden Laermschutzwaende zu solaren Kraftwerken. Im Auftrag des Landes Steiermark und der ASFINAG errichteten die Feistritzwerke STEWEAG auf der Suedautobahn in der Steiermark eine 1.266 Meter lange multifunktionale Photovoltaik-Laermschutzwand mit einer Leistung von 101.060 Watt. Auch im innerstaedtischen Bereich laesst sich Laermschutz mit Photovoltaik kombinieren. Im 5. Wiener Gemeindebezirk wird im Rahmen des EU-Projekts "SYLVIE - Systematische Laermsanierung fuer innerstaedtische Wohnviertel" eine Photovoltaikanlage fuer eine grosse Wohnhausanlage gebaut. Vor die Fassade wird eine glaeserne, transparente Laermschutzwand gesetzt, auf der Photovoltaikzellen montiert sind. Die Errichtungskosten betragen rund 2,4 Millionen Euro. Pro Jahr werden mit ihr 150.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. In einer dem Artikel beigefuegten Rubrik wird die Funktionsweise der Photovoltaik beschrieben. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 44-6
  • Monograph Title: Opel gibt Stoff
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 16
    • Issue Number: 6
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

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Filing Info

  • Accession Number: 01191495
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:48PM