Grenzenloser Himmel ueber Europa?

Bis zum Terroranschlag vom 11. September 2001 gab es im zivilen Luftverkehr jaehrliche Zuwachsraten von sechs bis acht Prozent. Fuer das Jahr 2003 werden wieder leichte Zunahmen bei den Fluggaesten erwartet, vorausgesetzt es geschieht nichts Dramatisches wie ein Irak-Krieg. Nach wie vor wird der Flugverkehr ueber Europa durch 41 verschiedene Ueberwachungszentralen sehr ineffizient abgewickelt. Es entstehen grosse Verspaetungen. Die Situation verschaerft sich zusaetzlich dadurch, dass es auf strategischen Flughaefen wie London Heathrow oder Paris Charles de Gaulle grossen Platzmangel gibt. Nach dem 11. September und nach dem Flugzeugzusammenstoss der russischen Tupolew mit einer Boeing 757 in der Naehe des Bodensees, in dessen Folge dem privaten Schweizer Flugsicherungsdienst "skyguide" schwere Fehler zur Last gelegt werden, arbeitet die EU-Kommission nun mit Nachdruck daran, die Luftraumkontrolle neu zu organisieren. Die Kontrollzentren und die dazu gehoerenden Luftraumbloecke sollen um etwa die Haelfte reduziert werden. Die Grenzen der Luftraumbloecke sollen nicht mehr von Landesgrenzen, sondern von geographischen Gegebenheiten bestimmt werden. Vorgesehen sind auch gemeinsame Standards fuer die Fluglotsen-Ausbildung und die technische Ausruestung der Kontrollzentren. Die Luftkorridore sollen neu bestimmt werden, da sich diese derzeit in einzelnen EU-Laendern in unterschiedlichen Hoehen befinden. Dies setzt jedoch voraus, dass sich zivile und militaerische Nutzer des Luftraums einigen, wofuer ein eigener Ausschuss eingesetzt wurde. Nicht vorgesehen ist dagegen eine gemeinsame EU-Kontrollbehoerde fuer Luftsicherheit. Die EU-Kommission erwartet sich von diesen Massnahmen eine bessere Ausnutzung der Kapazitaeten, Kerosineinsparungen und Kostenreduktionen bei der Anschaffung der notwendigen Ausruestungen. Beinahe-Zusammenstoesse und gefaehrliche Situationen am Himmel sollen kuenftig zentral erfasst und ausgewertet werden. Die europaeische Fluglotsenvereinigung erklaert, dass allein in Europa mindestens 1.600 Fluglotsen zu wenig im Einsatz stehen, rechnet man die Nachfolgestaaten der Sowjetunion dazu, erhoeht sich der Fehlbestand sogar auf 2.200 Lotsen. Dieser Personalmangel traegt erheblich zu den Verspaetungen bei. Diese sind nach dem 11. September 2001 trotz eines starken Rueckgangs der Flugbewegungen kaum geringer geworden. 51 Prozent der Verspaetungen sollen ueber die englische Sicherungszentrale produziert werden. Unmut ueber die Arbeitssituation fuehrt auch immer wieder zu Streiks der Fluglotsen. Am Flughafen Wien-Schwechat wird derzeit ein neuer Tower errichtet, von dem aus ab 2007 der Luftraum in 10.000 Metern Hoehe ueber Zentraleuropa gemeinsam ueberwacht wird. Niedrigere Flughoehen werden weiter national koordiniert. An diesem Project CEATS (Central European Air Transport Services) beteiligen sich die umliegenden Staaten. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 34-5
  • Monograph Title: Opel gibt Stoff
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 16
    • Issue Number: 6
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01191491
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:48PM