Sensible Waechter auf unseren Strassen

Am Markt gibt es verschiedenartige telematische Systeme, die den fluessigen Verkehr garantieren oder bei Stoerfaktoren rechtzeitig auf drohende Gefahr aufmerksam machen. Das Forschungsbuero fuer Technische Physik von Gottfried Schaffar und Stefan Hertl in Hofern/Niederoesterreich hat das System "HS4Cast" zur Glatteisprognose geschaffen. Mit Hilfe von Fuzzy-Logik und Wissensbasen kann die Fahrbahntemperatur rund drei Stunden im voraus mit einer Genauigkeit von plus/minus 0,75 Grad Celsius berechnet und vorhergesagt werden. Die Glatteisprognose ist eine von vielen Anwendungen. Sie beruht auf meteorologischen Messdaten und thermischer Strahlungsbilanz an der Fahrbahn. Das System kann punktgenaue Beurteilungen abgeben und damit an neuralgischen Punkten, gekoppelt mit entsprechenden Anzeigesystemen, spezifische Warnungen absetzen. Das System wurde schon bei mehreren Referenzprojekten erfolgreich implementiert. Moeglich ist die Sichtweitenmessung und Nebelwarnung mittels Laser- oder Lidar-Systemen (light detection and ranging). Dabei werden intensive Laserimpulse in die Atmosphaere ausgesandt. Das von entfernten Teilen oder Molekuelen rueckgestreute Licht wird gesammelt und als Funktion der Zeit analysiert. Auf dem Markt gibt es kleine und handliche Laser-Entfernungsmesser oder Lidar-Geraete, mit denen man die Sichtweite im Nebel, den Niederschlag beziehungsweise die Truebung der Atmosphaere messen kann. Zur Verfuegung stehen sogar "Nebelkanonen", mit denen Silberjodid-Teilchen als Kondensationskeime in die Luft eingebracht werden, so dass sich die Troepfchen niederschlagen und kurz vor kritischen Bereichen abregnen koennen. In Oesterreich setzt die ASFINAG jedoch auf einfachere Methoden der Nebelwarnung. Mittels Nebelprotokollen werden die Gebiete definiert, in denen es haeufig Nebel gibt. Anschliessend werden die bereits in der Steiermark erprobten Nebelpunkte in einem Abstand von 33 Metern seitlich der Fahrbahn angebracht. Diese unterstuetzen die Kraftfahrer bei der besseren Beurteilung der fuer die jeweilige Sicht optimalen Geschwindigkeit. Zusaetzlich werden im Rahmen eines Pilotprojekts Systeme getestet, die die Verkehrsteilnehmer speziell vor Nebel warnen. Des Weiteren gibt es Bestrebungen, in Oesterreich Section Control-Systeme einzufuehren. Damit wird die mittlere Geschwindigkeit auf bestimmten Streckenabschnitten durch Bildanalysen ermittelt. Videobasierte Systeme zur Kontrolle des Abstandsverhaltens sind ebenfalls in Erprobung. Eine grosse Gefahrenquelle sind Baustellen. In der Nacht kommt der Wahl des richtigen Reflexmaterials bei der Kennzeichnung grosse Bedeutung zu. Mit 3M Scotchlite Diamond Grade Folie ausgeruestete Verkehrszeichen werden besser wahrgenommen. 3M bietet auch im Bereich der horizontalen Strassensignalisation hochqualitative temporaere und dauerhafte Bodenmarkierungssysteme an. Mit der Video-Verkehrsdatenerfassung Traficon koennen Aussagen ueber Verkehrsmengen, Geschwindigkeit, Laengenklassifizierung, Belegungsdichte und Zustands- beziehungsweise Staudetektion getroffen werden. Siemens Intelligent Traffic Systems bietet eine Loesung zur Ueberwachung der Ampelphasen an. Das Rotlichtgeraet verwendet erstmals bei einem derartigen System eine digitale Kamera und kann so seine Daten unmittelbar an die Exekutive uebermitteln. In Verbindung mit dem von der digitalen Bilderkennung ermittelten Autokennzeichen lassen sich automatisch Strafbescheide erzeugen. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 26-8
  • Monograph Title: Opel gibt Stoff
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 16
    • Issue Number: 6
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01191488
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:48PM