Vom autofreien Tag zur Mobilitaetswoche

Im Jahr 2000 rief die EU erstmals zum europaweiten "Autofreien Tag" auf. Zumindest an diesem Tag, dem 22. September, sollen moeglichst viele EU-Buerger ueber umweltfreundliche Mobilitaetsformen nachdenken. Im Jahr 2000 nahmen 800 Staedte teil, 2002 waren es schon ueber 1.000. Am "Autofreien Tag" wurde der Autoverkehr in bestimmten Bereichen eingeschraenkt und fuer umweltfreundliche Verkehrsmittel geworben. Haeufig wurden auch Projekte gestartet, die den umweltvertraeglichen Verkehr nachhaltig foerdern. Wie Umfragen in den Teilnehmerstaedten Barcelona, Helsinki und Wien zeigen, stehen heute rund 80 Prozent der Europaeer solchen Aktionstagen sehr positiv gegenueber. Sogar der Wirtschaft konnte die Angst vor dem "Autofreien Tag" genommen werden. Es gab keine negativen wirtschaftlichen Konsequenzen fuer Geschaefte und Unternehmen, in zahlreichen franzoesischen Staedten konnte sogar eine leichte Zunahme der Kundenfrequenz festgestellt werden. Auch die Skepsis der Politiker ist inzwischen verschwunden. Viele Staedte haben damit begonnen, zusaetzliche autofreie Erlebnistage einzufuehren. Allein im Jahr 2002 sperrten in Deutschland 50 Staedte und Gemeinden lange Teilstuecke ihrer stark befahrenen Bundes- oder Landstrassen, um zehntausenden Menschen die Gelegenheit zu geben, sonntags zu Fuss, mit dem Fahrrad, mit Inline-Skates oder Pferdekutschen unterwegs zu sein. In einigen Regionen entwickelte sich so in den letzten Jahren eine neue Freizeitkultur. An der Spitze steht damit das Bundesland Rheinland-Pfalz. In Koeln ist den ganzen Sommer ueber am Wochenende ein Teil der so genannten "Ringe" - eine vierspurige, stark befahrene Strasse - fuer den Kfz-Verkehr gesperrt. In Paris wurde im Sommer 2001 das rechte Seine-Ufer zwischen den Tuilerien und dem Pont de Sully an Sonntagen in eine autofreie Zone verwandelt. Im Sommer 2002 wurde die Aktion auf den ganzen August ausgeweitet. Die Schnellstrasse verwandelte sich in eine Strandpromenade. Insgesamt 1,5 Millionen Euro hat sich das die Pariser Stadtverwaltung kosten lassen. 180 Kubikmeter Sand wurden aufgeschuettet, 300 Liegestuehle, 150 Sonnenschirme, 80 Palmen und 22 Strandkabinen aufgestellt. Durch fruehzeitige Information der Autofahrer wurde ein Verkehrschaos vermieden. Der "Autofreie Tag" soll dazu beitragen, dass das Auto intelligent eingesetzt wird, also dort, wo es keine umweltfreundlichen Alternativen gibt. Das erkennen zwar immer mehr Menschen, doch zum entsprechenden Handeln ist es, wie die taeglichen Staus zeigen, noch ein weiter Weg. Die EU setzt daher mit der Erweiterung des "Autofreien Tages" zur "Europaeischen Mobilitaetswoche", jeweils zwischen dem 16. und 22. September, ein weiteres Signal. Jeder Wochentag soll einem bestimmten Thema gewidmet sein. Die EU will damit immer mehr Menschen dazu bewegen, kurze Strecken zu Fuss zu gehen oder auf das Fahrrad und die oeffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 20-1
  • Monograph Title: Opel gibt Stoff
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 16
    • Issue Number: 6
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01191484
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:47PM