Kfz-Recycling: Aus Alt wird Neu

Die EU-Altauto-Richtlinie bestimmt, dass ab dem Jahr 2015 95 Prozent des Gewichts eines Altautos verwertet werden muessen, mindestens 85 Prozent davon durch Recycling. Die Entsorgung von Altautos soll EU-weit einheitlich und auf hohem Niveau durchgefuehrt werden. Die Uebernahme in oesterreichisches Recht erfolgt mit der neuen Altfahrzeugverordnung. Seit 1. Juli 2002 sind damit alle oesterreichischen Autohaendler verpflichtet, jeden Pkw oder Kombi, den sie verkaufen, kostenlos wieder zurueckzunehmen. Die Verordnung bestimmt auch, dass ab 1. Juli 2003 neu zugelassene Fahrzeuge kein Cadmium, Quecksilber, Blei und sechswertiges Chrom mehr enthalten duerfen. Damit werden alte Autos leichter zu recyclen sein. Derzeit koennen drei Viertel des Materials von alten Autos verwertet oder wiederverwendet werden. Funktionierende Baugruppen koennen weiterverkauft werden, Metallteile werden gepresst und eingeschmolzen, um sie einer Wiederverwendung zuzufuehren. Probleme gibt es mit den Kunststoffen. DaimlerChrysler hat zusammen mit anderen Unternehmen ein neues Verfahren entwickelt. Mit Hilfe der Infrarot-Spektroskopie koennen die verschiedenen geshredderten Kunststoffe identifiziert und mit der gewuenschten hohen Sortenreinheit getrennt werden. Zur weiteren Steigerung der wirtschaftlichen Verwertungsquoten gibt es in den Forschungslabors der Automobilhersteller intensive Bemuehungen. Eine recyclingoptimierte Produktgestaltung betrifft die Materialauswahl, die Verbindungstechniken und die Konzeption der einzelnen Bauteile. Im Recycling- und Demontage-Zentrum in Lohhof bei Muenchen der BMW-Group entwickeln Spezialisten recyclinggerechte Bauteile, beispielsweise die Waermeisolierung am Unterboden. Sie besteht heute aus einem sortenreinen Aluminiumverbund-Werkstoff, der ohne Trennaufwand vollstaendig stofflich verwertbar ist. Immer mehr Fahrzeugteile werden auch aus Rezyklaten hergestellt. Im neuen 5er BMW betraegt der Kunststoff-Rezyklatanteil bereits 25 Kilogramm, zehnmal so viel wie beim Vorgaengermodell und 15 Prozent des gesamten Kunststoffgewichts des Fahrzeugs. Auch die neue E-Klasse von DaimlerChrysler enthaelt bereits hohe Kunststoffbauanteile. Die Konstrukteure wollen in Zukunft auch nachwachsende Rohstoffe wie Hanf oder Sisal als Werkstoff einsetzen. Die EU foerdert die Forschungen ueber alternative Materialien. So koennte die Landwirtschaft zum Rohstofflieferanten fuer die Autoindustrie werden. In einer Rubrik werden die letzten fuenf Stationen eines alten Autos beschrieben: 1. Erfassung und Typisierung beim zertifizierten Verwertungsbetrieb; 2. "Trockenlegung" des Fahrzeugs; 3. Demontage und Zerlegung in seine Bestandteile; 4. Pressung des Restfahrzeugs und 5. Shredder zerkleinern die gepressten Restfahrzeuge in handtellergrosse Stuecke, die der Wiederverwertung zugefuehrt werden. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 18-9
  • Monograph Title: Opel gibt Stoff
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 16
    • Issue Number: 6
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01191483
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:47PM