Wirksamkeitsstudie des Kraftfahrt-Bundesamtes

Die Untersuchung geht von der Hypothese aus, dass ein Fahrdatenspeicher (FDS) den Fahrer dazu veranlasst, disziplinierter und vorsichtiger zu fahren. Besondere Zielgruppe der Untersuchung sind maennliche Fahrer unter 25 Jahren mit einem privat genutzten Pkw. Verglichen wurden die folgenden drei Gruppen: Expemimentalgruppe E (Einbau eines FDS in den Pkw), Kontrollgruppe K (kein FDS-Einbau) und eine "Stille Kontrollgruppe" S. Die Auswertung der Untersuchung zeigte unter anderem folgende Ergebnisse: Das Fahren mit einem FDS im Privat-Pkw zeigt bei maennlichen jungen Fahrern keine nachweisbar positive Wirkung auf das Verkehrsverhalten. Weder nimmt die Gesamtzahl kritischer Ereignisse (Unfaelle und Verkehrsverstoesse) ab noch die Haeufigkeit von Unfaellen einer relevanten Schadenshoehe, noch die Hoehe des Sachschadens, noch die Haeufigkeit von registrierten Verkehrsverstoessen. Praeventionstendierende Werte werden erst dann sichtbar, wenn staerker auf die Bezugsgroesse der Fahrleistung bezogen wird. Bei der Diskussion der Ergebnisse wird eine Reihe moeglicher Einwaende, die die Verallgemeinerung der Ergebnisse infrage stellen koennen, eroertert. Abschliessend werden vier Punkte herausgestellt: 1. Aus den vorliegenden Ergebnissen darf nicht gefolgert werden, dass beispielsweise eine 5-prozentige Praevention nicht existiert, da die statistische Aussagekraft der Untersuchung fuer einen derartigen Effekt zu gering ist. 2. Teilergebnisse legen nahe, dass eine Tendenz zu einem Praeventionseffekt eher bei den Verkehrsverstoessen als bei den Unfaellen zu finden ist. 3. Die Zusicherung, dass den Teilnehmern im Projekt aus der Existenz eines FDS im Pkw keine Nachteile erwachsen wuerden, bedeutet ein grundsaetzlich anderes psychologisches "Setting" als das von Berufskraftfahrern. 4. Bei den Teilnehmern (16 Prozent der urspruenglich angeschriebenen Gruppe) kann ein Selbstselektionseffekt nachgewiesen werden (zum Beispiel hoehere Bildung, hoehere Fahrpraxis, besser angepasstes Verkehrsverhalten). Siehe auch ITRD-Nummer D351363.

  • Authors:
    • HEINZMANN, H J
    • SCHADE, F -
  • Publication Date: 2002-12

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01191335
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 2:29PM