Ermittlung und Bewertung der Nutzenkomponenten von Streckenbeeinflussungsanlagen, insbesondere im Hinblick auf Verkehrsablauf und Betrieb

Ziele der Untersuchung waren die Quantifizierung und Bewertung der Nutzenkomponenten von Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) und die Bewertung der neben einer Unfallreduktion weiteren Nutzenkomponenten Reisezeitgewinne, Emissionssenkungen und damit die Erarbeitung eines vereinfachten standardisierten Verfahrens zur Beschreibung der Nutzen. Durch die Definition fuer Verkehrszusammenbrueche derart, dass diese als ein Abfallen der Geschwindigkeit in einem bestimmten Zeitraum um einen Mindestwert festgelegt wurden, kann die Frage, ob SBA den Uebergang vom stabilen in einen instabilen Verkehrszustand vermeiden oder verzoegern koennen, beantwortet werden. Die Zusammenbrueche werden in Abhaengigkeit der Verkehrsstaerke-Klasse angegeben und schliesslich auf die Haeufigkeit des Vorkommens dieser Klassen normiert; damit kann die relative Zusammenbruchswahrscheinlichkeit berechnet werden. Es wurden SBA auf den BAB A9, A8/A99 mit Referenzquerschnitten auf der A8 empirisch untersucht. Dabei konnte keine deutliche Erhoehung der maximal moeglichen Verkehrsstaerke beobachtet werden. Vielmehr stellt sich die verkehrliche Wirkung einer SBA ueber eine signifikante Verringerung der Wahrscheinlichkeit von Verkehrszusammenbruechen in den oberen Belastungsklassen dar. Die Wirkung einer SBA ergibt sich in einer Mit-/Ohne-Fall-Untersuchung daraus, dass die Dauerlinien der SBA fuer jede Stundengruppe einen geringeren Anteil an Stop and Go aufweisen (Mit-Fall) als diejenigen der unbeeinflussten Strecken. Die Anteile an Stop and Go werden dabei mit 20 km/Stunde gerechnet. Als Wirkungskomponenten werden die Fahrzeit, Betriebskosten, Schadstoffe und Klimabelastung betrachtet. Fuer das Verfahren wurde ein Arbeitsschema definiert und die Wirkungen mit Beispielrechnungen fuer zwei SBA monetarisiert. Zusammenfassend laesst sich festhalten, dass als wesentlicher Nutzen die Zeitkostenersparnis durch die SBA anzusehen ist, waehrend die uebrigen Komponenten vergleichsweise geringen Einfluss haben. Bei der Unfallreduzierung zeigte sich, dass diese zwar mit etwa 2/3 des Anteils dominant ist, aber die Zeitkosten einen noch groesseren Anteil haben als bisher angenommen wurde. Diese sollten kuenftig daher nicht mehr weiter vernachlaessigt werden.