Pruef- und Anforderungskriterien fuer die Dauerhaftigkeit von Oberflaechenschutzsystemen im Rahmen der ZTV-SIB, Teil II

In Fortfuehrung eines vom Bundesministeriums fuer Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) gefoerderten Langzeitforschungsvorhabens, das sich mit Voruntersuchungen zu Pruef- und Anforderungskriterien fuer die Dauerhaftigkeit von OS-Systemen und Pruefmethoden an Systemen OS-DI, DII und E befasste (Teil I), wurden die Dauerhaftigkeit sowie die Leistungsfaehigkeit unterschiedlicher Hydrophobierungen und Beschichtungen untersucht. Hauptbestandteil der Untersuchungen war der Vergleich der nach ZTV-SIB 90 vorgeschriebenen kuenstlichen Bewitterung mit der Freibewitterung an zwei unterschiedlichen Orten. Gewaehlt wurden die Stadt Duisburg als industrieller Standort mit hohen Schadstoffgehalten in der Luft sowie als maritimer Standort mit hoher Luftfeuchte und hohem Salzgehalt in der Luft die Stadt Westerland auf Sylt. Die folgenden Systeme waren Bestandteil der Untersuchungen: Die BAM bearbeitete Systeme der Klassen OS-A (OS-1), -B (OS 2) und -C (OS 4); das Institut fuer Bauforschung (ibac) der TH Aachen, Systeme der Klassen OS-DI (OS 5b), -DII (OS 5a) und -E (OS 9). Oberflaechenschutzsysteme unterschiedlicher Klassen sollten nach kuenstlichen Witterungsbeanspruchungen und nach Freibewitterungen im Industrieklima und im Seeklima geprueft werden. Dabei wurden visuelle Bemusterungen und Untersuchungen der Wirksamkeit gegen Wasseraufnahme und Frost-Einwirkung (OS-A-Systeme), der Schutzwirkung gegen Einwirkung von Chloriden und Kohlendioxid, der Masse- und Massaenderung an freien Filmen sowie der Abreissfestigkeit durchgefuehrt. Ausgewaehlt wurden je 4 Oberflaechenschutzsysteme der Klassen OS-A und OS-B sowie 2 OS-C-Systeme. In Auswertung verschiedener Beanspruchungspruefungen (Wasseraufnahme, Frost-Tausalz-Pruefung, Chlorideindringen, Karbonatisierung) konnten deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit der untersuchten Hydrophobierungen beziehungsweise Beschichtungen festgestellt werden. Als wesentlich fuer die Wirksamkeit der OS-A-Systeme erwies sich die Applikation beziehungsweise die Konditionierung der Probekoerper. Generell zeigten sich hoch konzentrierte Hydrophobierungsmittel als wirksamer und ausreichender Schutz gegen das Eindringen von Wasser beziehungsweise der darin geloesten Schadstoffe. Die Freibewitterung beeinflusste die Schutzwirkung aller Hydrophobierungen. Lediglich die Wasseraufnahme wurde durch Bewitterungen nicht negativ veraendert. Die differenzierte Schutzwirkung von Hydrophobierungen und Beschichtungen gegen Chlorideindringen konnte mit verschiedenen Methoden gezeigt werden. Freibewitterung als auch kuenstliche Bewitterung beeinflussten die Wirksamkeit nur bei den OS-A-, -B- und -C-Systemen. Beschichtungen der Klassen Di, DII und E wurden weder durch kuenstliche noch durch Freibewitterung beeintraechtigt. Die natuerliche Karbonatisierung spielte bei dem hier untersuchten Beton nur eine untergeordnete Rolle. Fuer die Bewertung der Schutzwirkung gegen C02-Eindringen konnte ein beschleunigtes Kurzpruefverfahren erprobt werden. Die Haftzugfestigkeit lag in aller Regel deutlich ueber den geforderten Mindestwerten. Sie wurde lediglich durch Frost-Tausalzbeanspruchungen beeintraechtigt. Untersuchungen an freien Filmen haben sich auf Grund ihrer geringen Eigenfestigkeit als nicht sinnvoll erwiesen. Farbmetrische Untersuchungen und visuelle Beurteilung gaben ergaenzende Hinweise zur Veraenderung der OS-Systeme infolge der Beanspruchungen. Im Ergebnis der Untersuchungen wurden Hinweise und Ergaenzungen zum derzeitigen Regelwerk gegeben. (A)