Designerdrogen im Strassenverkehr

1998 wurden bei Diskotheken in Bayern 2.555 Autofahrer interviewt und 503 Personen ausgewaehlt, bei denen die Leistungsfaehigkeit mit Hilfe eines Fahrsimulators ueberprueft, ein ausfuehrliches Interview durchgefuehrt und bei einer aerztlichen Untersuchung Blut-, Urin- und Speichelproben erhoben wurden. Bei der Etablierung der einzelnen Untersuchungsgruppen reduzierte sich die Fallzahl pro Gruppe erheblich. Bei Konsum von Cannabis allein (n = 26) liegen wenig Hinweise auf eine Beeintraechtigung der Fahrtuechtigkeit vor, was wahrscheinlich mit der insgesamt niedrigen THC-Konzentration zusammenhaengt. Fuer Amphetamine und die Kombination von mindestens zwei der Substanzen Cannabis, Amphetamine und Alkohol ergeben sich bei der Leistungstestung am Fahrsimulator Hinweise auf Beeintraechtigungen, die im Rahmen der aerztlichen Untersuchung weniger gut feststellbar sind. Der Speichel ist fuer Amphetamine gut geeignet, den aktuellen Konsum qualitativ zu entdecken. Fuer THC gilt dies nicht. Bei Kokain und Opiaten gilt dies eingeschraenkt, soweit es aufgrund der geringen Fallzahl zu beurteilen ist. Ersetzen kann der Speichel die Blutprobe nicht. Bei dem Vergleich der subjektiven Angaben und der objektiven Analysen zeigen sich eine Reihe von Nicht-Uebereinstimmungen, sodass eine Aussage ueber den Drogenkonsum allein aufgrund der subjektiven Angaben nur bei bestimmten psychologischen Fragestellungen ausreicht. Mit Hilfe bestimmter Verhaltensmerkmale koennen Drogen relativ sicher erkannt werden, allerdings nur, wenn die Personen keinen Alkohol konsumiert haben. Die objektive Leistungstestung zeigt demgegenueber Vorteile vor allem dann, wenn Drogen und Alkohol konsumiert werden. Ideal waere eine Kombination beider Methoden. Da das Vorgehen ueber eine Verhaltensbeobachtung momentan der einzig gangbare Weg der Drogenerkennung ist, sind die Ansaetze der Drogenerkennungsprogramme positiv zu bewerten.