Langzeitverhalten von Betondecken mit ueber 20 Jahren Liegedauer

Durch Wiederholungsmessungen an zwei Betondecken-Versuchsstrecken wurde das Gebrauchsverhalten, der Einfluss des Aufbaus und der Konstruktion auf das Langzeitverhalten untersucht. Die Betondecke an der B 47 wurde 1965 einlagig mit kurzen Platten ohne Bewehrung mit grossem Raumfugenabstand von 100 m gebaut auf einer 8 cm dicken bituminoesen Tragschicht. Der Aufbau und die heutige Verkehrsbelastung entsprechen Bauklasse III. Im Rahmen des Neubaus der BAB A 81 wurden 1974 neben der konventionellen Betondeckenbauweise mit Frostschutzschicht zwei Sonderbauweisen ohne Frostschutzschicht ausgefuehrt: (1) 24 cm dicke Betondecke auf 18 cm waermedaemmender Tragschicht auf Untergrund, (2) Betonoberbau mit verstaerkter, hydraulisch gebundener Tragschicht auf Untergrund. Die Ausfuehrung entspricht Bauklasse I, die heutige Verkehrsbelastung Bauklasse SV. Pro Platte wurde an der B 47 eine bleibende Fugenoeffnung bei hohen Temperaturen von 1,1 mm festgestellt. An der A 81 kann der Schwindanteil je nach raumfugenlosem Aufbau auf 0,6 bis 1,5 mm geschaetzt werden. Bei einer erstmaligen Fugensanierung nach 5 bis 8 Jahren ist das Schwinden weit gehend abgeklungen. Die relativ konvexe Verformung (Aufwoelbung) zwischen der Plattenmitte und den Ecken bei kurzzeitiger Temperaturaenderung ueber dem Querschnitt lag zwischen 0,15 und 0,20 mm/Grad K bezogen auf die Temperaturdifferenz zwischen Ober- und Unterseite der Betondecke in Grad Kelvin. Die festgestellte bleibende konkave Verformung (Aufschuesselung) der Betonfahrbahnplatten von circa 3 bis 8 mm in der Rollspur kann bei Loesen des Verbundes zu einer Hohllage im Fugenbereich und zu einer Streuung der Einsenkungswerte fuehren. Die an bituminoesen und hydraulisch gebundenen Tragschichten unter Betondecken gemachten Beobachtungen bestaetigen die Richtigkeit der heutigen, in den Zusaetzlichen Technischen Vorschriften und Richtlinien fuer Tragschichten im Strassenbau (ZTV T-StB 95) gestellten Anforderungen. Die Ausfuehrung einer Betondecke mit kurzen, unbewehrten Platten hat sich, wenn auf Raumfugen verzichtet wird, bewaehrt. Die Verwendung einer waermedaemmenden Styropor-Beton-Tragschicht kann unter besonderen Randbedingungen empfohlen werden. Die bisherige Nutzungsdauer bestaetigt auch unter Beruecksichtigung der hohen Betonqualitaet die Dickenfestlegungen fuer diese Bauklassen nach den Richtlinien fuer die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflaechen (RStO 86/89). Bei qualitaetsgerechter Ausfuehrung ist mit einer Nutzungsdauer der Betonfahrbahn von ueber 35 Jahren zu rechnen, wenn die zwischenzeitlich im Vorschriftenwerk verankerten Verbesserungen beruecksichtigt werden.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189984
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • ISBN: 3-934458-40-8
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:46PM