Mobilitätsmanagement für Schulen - Wege zur Schule neu organisieren

Mobilitaetsmanagement ist ein Teil der Verkehrspolitik und bedeutet, standortspezifische Mobilitaetskonzepte fuer Objekte mit hohem Verkehrsaufkommen zu erarbeiten und umzusetzen. Damit sollen unter anderem Verkehrsleistungen eingespart und Mobilitaetsbeduerfnisse kostenguenstiger befriedigt werden. Etwa 10 Prozent der 1,2 Millionen oesterreichischer SchuelerInnen werden derzeit mit dem Pkw zur Schule gebracht. Bei den VolksschuelerInnen betraegt dieser Anteil sogar 25 Prozent. Zusaetzlich kommen 65 Prozent der rund 120.000 Lehrenden mit dem Auto zur Schule. Steigendes Unfallrisiko in der Schulumgebung, Laerm- und Abgasbelastung sowie hohe Kosten fuer die Allgemeinheit sind die Folgen. Mehr als 50 Millionen Stunden wenden Eltern in Oesterreich fuer Hol- und Bringdienste ihrer Kinder jaehrlich auf. Mobilitaetsmanagement an den Schulen ermoeglicht, dass Lehrende und SchuelerInnen sicher und oekologisch vertraeglich zur Schule kommen. Sowohl die einzelnen als auch die oeffentlichen Haushalte koennen Kosten einsparen. Das Mobilitaetsmanagement wird von den schulbezogenen Akteuren getragen. Dazu gehoeren unter anderen die Schulbehoerden, die Schulleitung, Eltern, oertliche Raum- und Verkehrsplaner, Anrainer und die SchuelerInnen. In einzelnen Kapiteln wird das Mobilitaetsmanagement fuer Schulen ausfuehrlich nach folgenden Gesichtspunkten behandelt: Rahmenbedingungen in Oesterreich; Ziele und Vorteile; Handlungsmoeglichkeiten der Schulleitung, der Gebietskoerperschaften, der Lehrenden, Auszubildenden und Eltern sowie der Verkehrsunternehmen; Kommunikation sowie Planung und Finanzierung. Das abschliessende Kapitel "Praxis" fuehrt aus, wie der Autoverkehr effizienter und sicherer gestaltet, wie der Schulweg angenehm zu Fuss zurueckgelegt werden kann, wie man mit dem Rad sicher und kostenguenstig zur Schule kommt und wie man die Schule mit Bus und Bahn sicher, zeitsparend und komfortabel erreicht. Durch Beratung und Koordination wird die Verkehrsnachfrage beeinflusst und durch bessere Organisation und Verknuepfung verschiedener Verkehrstraeger das bestehende Verkehrsangebot effizienter gestaltet. Dazu gehoeren Massnahmen wie die Koordination von Schulbeginnzeiten mit Fahrplaenen des oeffentlichen Verkehrs, Bewirtschaftung schuleigener Parkplaetze, persoenliche Mobilitaetsberatung, Fahrradabstellanlagen, ein zusaetzlicher Zugang ins Schulgelaende fuer kurze Fusswege oder verbesserte Regelungen fuer Halten und Parken auf Strassen im Schulumfeld. Mobilitaetsmanagement wirkt insbesondere durch Information und Ueberzeugung der Beteiligten. Es ist ein kommunikativer und partizipativer Prozess, der sich an der Bereitschaft beziehungsweise Faehigkeit zur Teilnahme der Beteiligten zu orientieren hat. Zwischenergebnisse muessen jeweils mit den Betroffenen diskutiert werden. Fuer die wirkungsvolle Durchfuehrung kann auf externes Know-How zurueckgegriffen werden. Mobilitaetsmanagement erfordert keine groesseren Investitionen. Ueber die Finanzierung kann die Schulleitung im Rahmen der Teilautonomie entscheiden. Die anfallenden Kosten sind gering und koennen aus dem Schulbudget gedeckt werden, wenn zusaetzliche Mittel von Spendern und Sponsoren beschafft werden. (KfV/A)

  • Availability:
  • Authors:
    • Rauh, Wolfgang
    • Fröhlich, Michael
    • Maierbrugger, Gernot
  • Publication Date: 2001

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189657
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901204-28-8
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:39PM