Behindertengerechter oeffentlicher Strassenraum unter besonderer Beruecksichtigung Geh- und Sehbehinderter

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Loesungen fuer die Beseitigung von Benachteiligungen von Behinderten im Strassenraum zu finden. Zusammengestellt wird ein Planerhandbuch mit behindertengerechten Gestaltungsvorschlaegen fuer den staedtischen oeffentlichen Strassenraum. Nach einer Beschreibung der Behindertenarten und einer Untersuchung der wichtigsten Probleme im Strassenraum werden Gestaltungsvorschlaege fuer Gehbehinderte inklusive Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte dargestellt sowie abschliessend Empfehlungen und Vorschriften fuer einen behindertengerechten Strassenraum behandelt. Grundsaetzlich unterscheidet man folgende Behinderungen: Funktionseinschraenkungen der Sinnesorgane; Einschraenkungen des Bewegungs- und Stuetzapparates; Behinderung durch chronische Krankheiten; Einschraenkungen der geistigen Faehigkeiten und die Psychische Behinderung. In den EU-Laendern variiert der Anteil schwer behinderter Personen an der Gesamtbevoelkerung zwischen 9,3 Prozent und 15,2 Prozent. Vor allem fuer Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Sehgeschaedigte bilden der mangelhafte Instandhaltungszustand der Gehsteigoberflaeche sowie Hindernisse auf dem Gehsteig ausserordentliche Mobilitaetsbarrieren. Weitere Probleme haben Behinderte beim Queren verkehrsreicher Strassen und mit den zu bewaeltigenden Hoehenunterschieden im oeffentlichen Strassenraum. Fuer mobilitaetsbehinderte Personen ist eine durchgaengig leichte Zugaenglichkeit von Verkehrswegen und Verkehrsmitteln wichtig. Punktuelle behindertenfreundliche Umgestaltungen reichen daher nicht aus. Bei der Ausarbeitung von behindertengerechten Gestaltungsvorschlaegen fuer den oeffentlichen Strassenraum werden folgende Themen behandelt: Orientierungshilfen; Gehsteige; Fahrbahnueberquerung; Anlagen zur Ueberwindung von Hoehenunterschieden wie Rampen, Stiegen, Fahrtreppen und Aufzuege; Baustellen; Oeffentlicher Personennahverkehr und Behindertenparkplaetze. Die Ueberpruefung von zwei wichtigen, vor kurzem umgebauten Einkaufsstrassen in Wien und Luxemburg ergab, dass wenig Ruecksicht auf Behinderte genommen wurde. Beide Strassen sind nicht fuer Sehbehinderte konzipiert. In der oesterreichischen Rechtsordnung gibt es keine einheitliche Auslegung des Begriffes "Behinderung". Ausschlaggebend dafuer ist die Tatsache, dass dieser Begriff verfassungsrechtlich nicht verankert ist und die Kompetenzen der "Behindertenhilfe" aufgesplittert sind. Von den gesetzlichen Grundlagen haben in erster Linie die Bauordnungen der Bundeslaender Bedeutung und diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Neben den Vorschriften der Bauordnungen gibt es die nicht verbindlichen OENORMEN. Errichtet werden sollte eine bundesweite Koordinations- und Fachstelle. Weiters sollten die Bauordnungen vereinheitlicht und zumindest die wichtigsten OENORMEN in die Bauordnung integriert werden, womit sie zu Vorschriften wuerden. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 165S
  • Serial:
    • IVS-SCHRIFTEN
    • Issue Number: 8
    • Publisher: OESTERREICHISCHER KUNST- UND KULTURVERLAG

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189651
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-85437-197-7
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:39PM