Der sichere Omnibus - eine Voraussetzung fuer unfallfreies Busfahren in Europa

Nach einer kurzen Darstellung der Entwicklungsgeschichte des Omnibusses wird dessen Sicherheitsniveau mit anderen Verkehrsmitteln verglichen. Das Risiko, in Deutschland mit einem Bus in einen toedlichen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, ist geringer als bei allen anderen Verkehrsmitteln. Ein grosser Teil der Omnibusunfaelle ist auf menschliches Versagen zurueckzufuehren. Viele Omnibusunfaelle werden trotz der europaweit geltenden Vorschriften ueber Lenk- und Ruhezeiten durch eine Uebermuedung der Fahrer verursacht. Es muessen deshalb alle Massnahmen, auch solche technischer Art, ergriffen werden, damit es erst gar nicht zu einer Uebermuedung des Fahrers kommen kann. Dazu gehoert, dass der Fahrerarbeitsplatz ergonomisch gestaltet und optimiert werden muss, was aber derzeit noch nicht vorgeschrieben ist. Dagegen bietet eine Reihe von europaeischen Omnibusherstellern bereits die unbedingt erforderliche Klimatisierung des Fahrerplatzes als zusaetzliche Ausstattung an. Wichtig sind regelmaessige Sicherheitstrainings sowie eine spezielle Ausbildung fuer Fahrer von Omnibussen mit uebergrossen Abmessungen. In Europa haben die Omnibusse in Hinblick auf die aktiven Sicherheitseinrichtungen trotz fehlender einschlaegiger Vorschriften einen sehr hohen Standard erreicht. Zu nennen sind hier insbesondere die Antischlupfregelung, Fahrinformationssysteme, Abstandswarngeraete gegen Auffahren oder andere Warneinrichtungen wie Reifendruck-Ueberwachungssysteme oder Warnanzeigen bei Ueberschreiten der hoechstzulaessigen Geschwindigkeit. Was bei vielen Bussen immer noch fehlt, ist eine optische Kontrolle des Raumes hinter dem Bus, zum Beispiel durch eine kleine Fernsehkamera, deren Bild auf einem Monitor am Fahrerplatz erscheint. Bei den heutigen High-Tech-Omnibussen sollte es auch moeglich sein, Fahrwerksregelungen vorzusehen, die die Wank- und Kippneigung eines Busses reduzieren und Schleudern verhindern. Die EG-Richtlinie 96/96 enthaelt die Mindestanforderungen an die periodische technische Inspektion. Sie schreibt eine jaehrliche Fahrzeugueberpruefung vor, was jedoch nicht ausreichend ist. In Deutschland muessen Omnibusse seit Dezember 1999 alle 3 Monate zu einer Sicherheitspruefung. Nach einer neuen EG-Vorschrift werden ab Mitte 2002 Stichproben-Kontrollen durchgefuehrt. Fuer die passive Sicherheit von Omnibussen sollten Mindeststandards fuer die Aufbaufestigkeit der Front- und Heckpartie des Omnibusses vorgeschrieben werden. Die geplanten Sicherheitsvorschriften fuer "Doppeldeckeromnibusse" muessen beschleunigt werden. Europaweit einheitlich geregelt werden muss die Benutzung von Sicherheitsgurten. Im Jahre 1995 wurde endlich eine ECE-Regelung verabschiedet, die die Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Brandes regelt. Es muesste jedoch durch weitere Vorschriften auch sichergestellt werden, dass beim Brand der Werkstoffe keine giftigen Stoffe entstehen. Seit Oktober 1999 muessen erstmals in den Verkehr kommende Omnibusse, soweit sie nicht fuer den Einsatz im Nahverkehr oder fuer stehende Fahrgaeste gebaut sind, entsprechend den europaeischen Vorschriften mit aufeinander abgestimmten Sitzen, Sitzverankerungen, Verankerungen fuer Sicherheitsgurte und vor allem mit Sicherheitsgurten ausgeruestet sein. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346439. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189399
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 90-76408-09-02
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:34PM