Busunfallgeschehen in Oesterreich

Der Anteil der Omnibisse am Gesamtunfallgeschehen liegt im Durchschnitt nur bei etwa einem Prozent. Insgesamt wurden in Oesterreich in den Jahren 1990 bis 1999 6.053 Personen bei Unfaellen mit Beteiligung von Omnibussen verletzt. 273 Personen verunglueckten dabei toedlich, darunter allerdings nur 103 Businsassen. Der Anteil auslaendischer Omnibusse an den Busunfaellen mit Personenschaden liegt bei etwas ueber 20 Prozent, auslaendische Omnibusse haben aber einen deutlich hoeheren Anteil an verletzten und getoeteten Verkehrsteilnehmern. Besonders hoch ist der Anteil auslaendischer Busse auf winterlichen Fahrbahnen. Ueberdurchschnittlich hoch ist der Anteil auslaendischer Omnibusse auch bei Unfaellen, die sich am Wochenende und in den Nachtstunden ereignen, sowie bei Unfaellen im Richtungs- und Gegenverkehr. Weiters sind auslaendische Omnibusse an Alleinunfaellen auf winterlicher und auf nasser Fahrbahn beteiligt. Das Befahren von laengeren Gefaellestrecken ist in Bergregionen generell mit einem erhoehten Risiko verbunden, vor allem fuer Lenker, die mit solchen Fahrten nicht ausreichend vertraut sind und deren Fahrzeuge fuer derartige Fahrten nicht richtig ausgestattet sind. Selbst mit einer ueberdurchschnittlich leistungsfaehigen Betriebsbremsanlage ist es nicht moeglich, laengere und vor allem kurvenreiche Gefaellestrecken zu befahren, ohne dabei in ausreichendem Masse auch Motorbremswirkung und Verlangsameranlage einzusetzen. Eine falsche Fahrweise fuehrt daher auf laengeren Gefaellestrecken zu Bremsversagen durch Ueberhitzung. Fuer solche Faelle wurden in Oesterreich sechs sogenannte "Bremsberge" an besonders gefaehrlichen Gefaellestrecken gebaut. Sie werden jedoch von Omnibussen nicht benutzt. Auch modernste Technik kann helfen, Unfaelle zu vermeiden. Kombinierte Bremssysteme, die bei Betaetigung des Bremspedals zunaechst die Verlangsameranlagen und dann erst die Betriebsbremse einsetzen, koennen den Verschleiss an der Betriebsbremse minimieren und sorgen darueber hinaus fuer gleichmaessigen Verschleiss der Bremsen an allen Raedern. Eine rechtzeitige Warnung vor der Ueberhitzung der Bremsen waere sinnvoll. Neben den ohnedies schon verpflichtenden Motorstaubremsen sollten auch motorunabhaengige Retarder fuer den Schwerverkehr verpflichtend vorgeschrieben werden. Die Verbreitung solcher Systeme bei Omnibussen ist schon sehr hoch. Doch koennen auch modernste elektronische Fahrhilfen wie ABS, ASR und ESP nur dann effizient wirken, wenn die Fahrzeuge ausreichend Bodenhaftung haben. Basis dafuer ist eine entsprechende Verwendung von Winterreifen und gegebenenfalls auch von Schneeketten. Fuer den Ernstfall muessen speziell beim Omnibus auch die Probleme im Zusammenhang mit der hohen Insassenzahl und der moeglicherweise notwendigen Evakuierung der Insassen beruecksichtigt werden. Empfehlenswert waere hier eine Schulung der Busfahrer fuer Notfaelle dieser Art und Instruktionen fuer die Fahrgaeste bei Reiseantritt. Nur ein Fahrer, der sich selbst anschnallt, wird auch seine Fahrgaeste von der Notwendigkeit der Benutzung der Sicherheitsgurte ueberzeugen koennen. Beigefuegt sind Abbildungen zu einigen Unfallbeispielen sowie Auszuege aus der statistischen Bus-Unfallanalyse des Kuratoriums fuer Verkehrssicherheit. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346439. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189395
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 90-76408-09-02
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:34PM