Oekologischer Schwerlast-Transit

Die Oesterreichische Elektrizitaetswirtschafts-AG (Verbund) hat unter Mitarbeit namhafter Experten fuer den oberleitungsbetriebenen Schwerverkehr eine Pre-Feasibility-Studie erstellt. Der wesentliche Aspekt war, den Oberleitungsbetrieb als moegliche Loesung in einem europaeischen Transitnetz zu betrachten. Naeher untersucht wurden folgende zwei Moeglichkeiten: 1. Getrennte Elektrotraktion mit speziellen Zugmachinen (Shuttles). Dabei wird ein konventioneller Lkw-Zug beziehungsweise ein Sattelzug mit den Vorderraedern auf eine elektrisch angetriebene Zugmaschine mit Stromabnehmern zur Oberleitung aufgesattelt. 2. Lkw mit Stromabnehmer. Bei dieser Variante (Hybrid-Antrieb) verfuegt der Lkw neben einem Dieselantrieb zusaetzlich ueber einen Elektromotor mit Stromabnehmern. Das Netzkonzept fuer die Energieversorgung geht fuer beide Systeme von einer Versorgungsstruktur mit drei Spannungsebenen - 110 Kilowatt-Freileitung oder Kabel, 20 oder 30 Kilovolt-Ausgleichsleitung, 3 Kilovolt Fahrdrahtspannung - aus. Aus strassenbaulicher Sicht erweist sich die Abwicklung des elektrobetriebenen Schwerlastverkehrs auf dem rechten Fahrstreifen als die guenstigste Loesung. Beim Shuttlebetrieb muessen entsprechende Manipulationsbereiche fuer das An- und Abkoppeln geschaffen werden. Dafuer bieten sich generell bereits vorhandene Grenzstellen beziehungsweise Zollabfertigungsplaetze an. Der Shuttlebetrieb eignet sich fuer begrenzte sensible Teilstrecken, da an den Lkw-Zuegen keine Modifikationen vorgenommen werden muessen. Problematisch sind allerdings die hohen Personalkosten beim bemannten Shuttlebetrieb und ein unbemannter Betrieb erscheint mittelfristig nicht realisierbar. Der Lkw-Betrieb mit Oberleitung benoetigt eine voellige Umstellung der Fahrzeugflotte. Es ist daher eher fuer grosse, EU-weite Netze anzustreben. Die Kostenschaetzung ergab zusaetzliche Mautgebuehren von 680 Schilling pro Lkw-Zug fuer eine 50 Kilometer lange Alpen-Transitstrecke. Die Umruestungskosten der Flotte sind darin nicht enthalten. Moeglich waere die Anlieferung von Transportguetern im Elektrobetrieb bis an die Peripherien der Staedte, von wo aus sie mit Klein-Lkw flaechenhaft verteilt werden koennten. Der Nutzen des elektrisch betriebenen Schwerverkehrs liegt vor allem in der Reduzierung der Umweltbelastungen. Auf hoch belasteten Transitstrecken ist der Lkw-Verkehr an Wochentagen fuer etwa zwei Drittel der Kohlendioxid- und Kohlenwasserstoffemissionen, fuer 90 Prozent der Russpartikel- und 80 Prozent der Stickoxidemissionen verantwortlich. Die kritischen Abgaskomponenten Stickoxide und Russpartikel koennten mit oberleitungsbetriebenem Schwerverkehr auf etwa ein Zehntel reduziert werden. (KfV/A)

  • Publication Date: 2001-4

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 18-9
  • Serial:
    • UMWELTSCHUTZ
    • Issue Number: 4
    • Publisher: BOHMANN DRUCK UND VERLAG GESELLSCHAFT M.B.H. UND CO. KG

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Filing Info

  • Accession Number: 01189374
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:33PM