Zwei Jahre Verkehrsspargemeinde Langenlois

Das Bundesland Niederoesterreich hat sich zum Ziel gesetzt, die im Niederoesterreichischen Landesverkehrskonzept 1997 prognostizierte Zunahme des motorisierten Individualverkehrs um 30 Prozent bis zum Jahr 2011 auf nur sieben Prozent zu beschraenken. Dies soll durch die Verlagerung auf den oeffentlichen Verkehr, Massnahmen im Bereich der Raumordnung und durch die Foerderung des Fussgaenger- und Radverkehrs erreicht werden. Fuer die Umsetzung werden im Landesverkehrskonzept die Gemeinden als aeusserst wichtig eingestuft, weshalb das Pilotprojekt "Verkehrsspargemeinde" initiiert wurde. Die Bevoelkerung soll durch Anreize und bewusstseinsbildende Massnahmen zum freiwilligen Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel beziehungsweise zum freiwilligen Verzicht auf das Auto auf kurzen Strecken verleitet werden. Bei einem Wettbewerb wurde die Stadtgemeinde Langenlois fuer das Projekt ausgewaehlt. Seit 1998 sorgen zwei Gruppierungen fuer den Ablauf beziehungsweise das Fortbestehen des Projekts. Ein Projektteam, bestehend aus Vertretern der Stadtgemeinde Langenlois, des Landes Niederoesterreich und des Verkehrsministeriums, gibt den groben Rahmen und die Zielsetzung vor. Das Akteursteam mit Vertretern der Stadt und der oertlichen Wirtschaft ist fuer die Umsetzung der Massnahmen verantwortlich. Es hat fuer die Dokumentation der Massnahmen ein Projektbuero an seiner Seite. Ende 1998 wurde eine Vorher-Untersuchung mit einer umfangreichen Einwohnerbefragung und Verkehrszaehlungen durchgefuehrt. Nach zwei Jahren wurde zur Halbzeit eine Zwischenerhebung durchgefuehrt. Nach Abschluss des Projekts ist eine Nachher-Untersuchung vorgesehen. Um eine Uebertragbarkeit auf andere Gemeinden zu ermoeglichen, wird bereits waehrend des Projektes ein "Verkehrsspar-Handbuch" erstellt. Fuer die einzelnen Projektjahre sind Themenschwerpunkte vorgesehen. Eine Massnahme war beispielsweise die Aktion "Radfahrer werden fotografiert". Dabei bekamen jene Radfahrer, die zufaellig fotografiert wurden, einen Gutschein der lokalen Wirtschaft. Die Aktion hatte einen hohen Bekanntheitsgrad und wurde sehr gut bewertet. Durch eine umfangreiche Oeffentlichkeitsarbeit wurde unter anderem erreicht, dass nach zwei Projektjahren das Wort "Verkehrssparen" zum alltaeglichen Wortschatz der Bevoelkerung in Langenlois gehoert. Die Zwischenuntersuchung ergab bereits Veraenderungen bei der Verkehrsmittelwahl. Der Fussgaengeranteil stieg von 19 auf 22 Prozent und der Radfahreranteil von drei auf neun Prozent. Bei der Zwischenbefragung der Bevoelkerung wurde das Projekt von 86 Prozent der Befragten als sehr gut oder gut bewertet. Die bisherigen Kostenaufstellungen zeigen, dass eine Gemeinde mit etwa 10.000 Einwohnern, die "Verkehrssparen" moechte, ein Jahresbudget von etwa einer halben Million Schilling benoetigt. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346414. (KfV/A)

  • Availability:
  • Corporate Authors:

    Volkspartei Niederoesterreich, Landesparteileitung

    ,    
  • Authors:
    • WESTHAUSER, C
    • HOFECKER, C
  • Publication Date: 2001

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 49-54
  • Monograph Title: Mobilitaet in Verkehr, Technologie, Bildung
  • Serial:
    • KREMSER PROTOKOLLE
    • Issue Number: 1
    • Publisher: VOLKSPARTEI NIEDEROESTERREICH, LANDESPARTEILEITUNG

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189373
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901596-11-9
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:33PM