Mobilitaet bringt Wohlstand und Belastungen

Je mobiler die Menschen sind, desto bessere Schulen, passendere Arbeitsplaetze, billigere Einkaufsquellen und interessantere Freizeitangebote koennen sie finden. Gesamtwirtschaftlich gesehen bringt hohe Mobilitaet Wohlfahrtsgewinne. Eine mobile Nachfrage zwingt die Unternehmen, ihr Angebot zu verbessern und die Preise zu senken. Mobilitaet verursacht allerdings auch Kosten. Neben jenen, die bei den Benutzern der Verkehrsmittel anfallen, zaehlen dazu auch die Kosten von Umweltbelastungen, die die Verkehrsteilnehmer nicht unmittelbar zu tragen haben. Deshalb kam in den letzten Jahren die Forderung nach Begrenzung der Mobilitaet auf. Diese ist jedoch ein grosses menschliches Beduerfnis. Die potenzielle Nachfrage ist unbegrenzt. Ob sie wirksam wird, haengt nur von der Technik, dem Einkommen und den Preisen von Mobilitaetsdienstleistungen ab. Den staerksten Mobilitaetsschub brachte der Pkw. Seine staendige Verfuegbarkeit motiviert nicht nur zu vermehrten Fahrten, sondern erleichtert auch die Verkehrserschliessung der Flaeche. Der Pkw hat die Siedlungs- und Versorgungsstrukturen stark veraendert. Gemessen an der Verkehrsleistung sind die Umweltbelastungen des motorisierten Strassenverkehrs und des Flugverkehrs besonders hoch. Die Umweltbelastung des Verkehrs laesst sich durch folgende Massnahmen senken: 1. Reduzierung der Mobilitaet; 2. Minimierung der Verkehrstraeger mit den groessten Emissionen; 3. Minimierung der Emission je Leistungseinheit und 4. Minimierung der Immissionen. Da die Reduzierung der Mobilitaet zu erheblichen Wohlstandsverlusten fuehren wuerde, sollten Massnahmen gefunden werden, die die Mobilitaet nicht einschraenken. Eine Verlagerung des Verkehrs auf "umweltfreundlichere" Verkehrsmittel und die Senkung der Emissionen je Leistungseinheit koennen ueber marktwirtschaftliche Massnahmen erreicht werden. Im EU-Weissbuch ueber "Faire Preise fuer die Infrastrukturbenutzung" wird die Einbeziehung der externen Effekte in ein Entgeltsystem nach dem Verursacherprinzip gefordert. Die EU-Kommission will ein an den Grenzkosten orientiertes Gebuehrenkonzept fuer die Benutzung der Infrastruktur einfuehren. Die Umsetzung dieses Konzepts der fairen Preise wird jedoch nicht einfach sein. Eine Entlastung der Umwelt kann auch durch Auflagen, die technische Verbesserungen an Fahrzeugen vorschreiben, erreicht werden. Auch durch organisatorische Massnahmen und Verbesserungen im Strassensystem koennen Verbesserungen erreicht werden. In Ballungszentren ist die Mobilitaetsnachfrage nicht mit dem Pkw zu loesen. In duenn besiedelten Gebieten wird eine dichte Bedienung mit oeffentlichen Verkehrsmitteln an der Kostenfrage scheitern. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346414. (KfV/A)

  • Availability:
  • Corporate Authors:

    Volkspartei Niederoesterreich, Landesparteileitung

    ,    
  • Authors:
    • PUWEIN, W
  • Publication Date: 2001

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 17-21
  • Monograph Title: Mobilitaet in Verkehr, Technologie, Bildung
  • Serial:
    • KREMSER PROTOKOLLE
    • Issue Number: 1
    • Publisher: VOLKSPARTEI NIEDEROESTERREICH, LANDESPARTEILEITUNG

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189369
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901596-11-9
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:33PM