Verkehrsmanagement Wien und die Wiener Linien - ein Konzept

Die Attraktivierung des Strassenbahn- und Busnetzes in Wien ist eine verkehrspolitische Hauptaufgabe des naechsten Jahrzehnts. Eine bessere Verkehrserschliessung in der Flaeche muss als Ergaenzung zum S- und U-Bahn-Netz erreicht werden. Die Qualitaet des OePNV-Betriebes hinsichtlich Puenktlichkeit und Zuverlaessigkeit laesst sich mit relativ geringen Eingriffen in das Gesamtverkehrsgeschehen der Lichtsignalregelungen (VLSA) verbessern, ohne dass der Individualverkehr nachhaltig gestoert wird. Solche Modifikationen sind zuegig zu realisieren. Verschiedene bereits in Betrieb befindliche VLSA-Beeinflussungssysteme haben sich bewaehrt und dienen der selektiven Erkennung und Beruecksichtigung von Strassenbahnen und Bussen. Es handelt sich dabei um die Anmeldung der OePNV-Fahrzeuge beim VLSA-Steuergeraet. Dort, wo der motorisierte Individualverkehr (MIV) einen Auslastungsgrad von 80 bis 90 Prozent aufweist, muss eine hundertprozentige Bevorrangung der OePNV-Fahrzeuge erreicht werden. Sind Knoten haeufig ueberlastet, muessen weitlaeufige Netzueberlegungen angestellt werden, die den verlagerten MIV-Anteil aus den vom OePNV befahrenen Netzteilen heraushalten. Neben der OePNV-Optimierung bei den VLSA muss eine Bevorrangung auf der gesamten Linienlaenge erfolgen. Diese besteht im Wesentlichen in der Freihaltung des Fahrweges zu Lasten des ruhenden Verkehrs und des fliessenden MIV. Fussgaengerflaechen duerfen dabei nicht reduziert werden. Angestrebt wird das Trennprinzip vom KFZ-Verkehr, und zwar als eigene Gleiskoerper beziehungsweise Busstrassen, durch Markierungen oder Schwellen separierte Strassenbahntrassen und Busspuren. Die Erhoehung der Attraktivitaet des oeffentlichen Verkehrs wird auch durch die Verbesserung der Einstiegsverhaeltnisse, vor allem in Kombination mit der Niederflurtechnik, erreicht. Mit Hilfe von Haltestelleninseln oder Haltestellenkaps wird die Auftrittsflaeche gegenueber dem Fahrbahn-Niveau erhoeht. 1993 wurde im Wiener Verkehrskonzept das Ziel formuliert, bis 2010 den Marktanteil der oeffentlichen Verkehrsmittel um 20 Prozent zu erhoehen. Mittlerweile gibt es fuer rund 80 Prozent aller Mobilitaetsbeduerfnisse der WienerInnen ein Angebot des oeffentlichen Verkehrs. Wurden 1993 nur 29 Prozent aller Wege mit oeffentlichen Verkehrsmitteln und 40 Prozent mit dem Auto zurueckgelegt, so erreichten die Wiener Linien 1999 einen im internationalen Vergleich hohen Marktanteil von 33 Prozent. Der Autoanteil ging auf 36 Prozent zurueck. Eine auf konkrete Massnahmen abgestimmte Oeffentlichkeitsarbeit ist zur weiteren Imagesteigerung des oeffentlichen Verkehrs unbedingt erforderlich. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 44-5
  • Monograph Title: Verkehrsmanagement bei den Wiener Linien
  • Serial:
    • AUFBAU - PERSPEKTIVEN
    • Issue Number: Sonderheft
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 0004-7805

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189351
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:33PM