Hohe Verkehrssicherheit in Wien

Um die Verkehrssicherheit von Wien zu beurteilen, wird zunaechst ein Vergleich mit anderen Staedten angestellt. Interessant sind dabei Staedte, die ein hoeheres Sicherheitsniveau aufweisen. Anschliessend wird das Problem Verkehrssicherheit umfassend analysiert, um daraus Empfehlungen fuer die weitere Vorgangsweise in Wien abzuleiten. Wien ist die sicherste Landeshauptstadt in Oesterreich. Das Unfallrisiko hat in Wien seit 1992 staendig abgenommen. Sieht man von den skandinavischen Staedten ab, duerfte Wien die verkehrssicherste Hauptstadt in Europa sein. Da in den skandinavischen Staedten keine Unterschiede zu den in Wien ergriffenen Massnahmen zu erkennen sind, stellt sich die Frage, ob aeussere Umstaende mit zu beruecksichtigen sind. Der Unterschied zwischen dem nationalen und dem staedtischen Risikoniveau ist in Skandinavien weit kleiner als zwischen Wien und Oesterreich beziehungsweise Niederoesterreich. Bei der systematischen Analyse der Faktoren, die die Verkehrssicherheit beeinflussen, sind zwei Ebenen zu unterscheiden, jene der so genannten "operativen Massnahmen" und jene der "strategischen Massnahmen". Eine Analyse der Zeitreihen des Unfallgeschehens in Wien sowie der das Unfallgeschehen beeinflussenden Faktoren hat ergeben, dass in erster Linie Massnahmen auf der strategischen Ebene das Unfallgeschehen in Wien auf laengere Sicht positiv beeinflusst haben. Es sind dies vor allem die Strukturmassnahmen der Stadt Wien im Bereich des Fussgaenger- und Fahrradverkehrs, des oeffentlichen Verkehrs und auch des Autoverkehrs sowie der Einsatz der Laserpistole im letzten Jahrzehnt. Auch die Massnahmen auf der operativen Ebene wie Verkehrsorganisation oder Tempo-30-Zonen sind von grosser Bedeutung. Sie haben zum Teil entscheidende Rueckwirkungen auf die strategische Ebene gehabt. Die Gesamttendenz des Unfallgeschehens wurde aber vor allem mit einer gesamtheitlichen Verkehrspolitik, uebergeordneten Organisationsmassnahmen im Parkraum, der geaenderten Verkehrsflaechenaufteilung zwischen nicht motorisierten und motorisierten Verkehrsteilnehmern sowie der Foerderung des oeffentlichen Verkehrs erzielt. Um die Verkehrssicherheit in Wien weiter zu erhoehen, ist es deshalb wichtig, gezielt in diese Richtung weitere Massnahmen zu setzen und ihre Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit zu pruefen. Trotzdem ist das hohe Niveau der Verkehrssicherheitsarbeit auf operativer Ebene beizubehalten, allerdings unter Hinzunahme des Effizienzkriteriums, um das Mass der Wirksamkeit der Verkehrssicherheitstaetigkeit auf dieser Ebene nicht zu verlieren. Als sehr wirksame Massnahme auf der operativen Ebene hat sich die Ueberwachungstaetigkeit der Exekutive im Bereich der Geschwindigkeiten herausgestellt. Ein wesentliches Element fuer die Zukunft ist eine Einstellungsaenderung der Verkehrsteilnehmer zum Verkehrssystem. Ziel sollte sein, ein "Miteinander statt Gegeneinander" bewusst zu machen. Von der Exekutive sollten optimale Einsatzplaene im Interesse der Verkehrssicherheit erstellt werden. Weiters sollte die bestehende Unfalldatenbank in optimaler Weise weitergefuehrt werden. "Optimale Weise" bedeutet, dass nach der ressourcenaufwaendigen Aufbauphase ein effizientes Monitoring zu erfolgen hat. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 19-26
  • Monograph Title: Verkehrsmanagement bei den Wiener Linien
  • Serial:
    • AUFBAU - PERSPEKTIVEN
    • Issue Number: Sonderheft
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 0004-7805

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189342
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:33PM