Einsatzkriterien fuer Radverkehrsanlagen - Alternative Mehrzweckstreifen?

Im Ortsgebiet sollte bei der Organisation der Radverkehrsanlagen von einem ueber- und untergeordneten Radverkehrsnetz ausgegangen werden. Radfahranlagen sollten nicht zu Lasten der Fussgaengerverkehrsflaechen errichtet, sondern vorwiegend auf Fahrbahnniveau gefuehrt werden. Auf Freilandstrecken sollte der Radverkehr aus Sicherheits-, Platz- und Kostengruenden auf strassenbegleitenden oder selbstaendigen Radwegen gefuehrt werden. Freizeitradrouten sollten moeglichst getrennt vom Kfz-Verkehr geplant werden. Radrouten duerfen nicht so geplant werden, dass das Radfahren auf der Strasse attraktiver ist als auf dem Radweg. Die Netzelemente eines Radverkehrsnetzes sind nach zwei grundsaetzlichen Prinzipien, dem Misch- oder dem Trennprinzip, organisiert. Die im Beitrag angefuehrten Kriterien fuer die Auswahl der Radverkehrsanlage sind den ueberarbeiteten, aber noch nicht veroeffentlichten oesterreichischen Richtlinien RVS 3.561 "Einsatzkriterien fuer die Errichtung von Rad- und Gehwegen" und RVS 3.562 "Radverkehrsanlagen - Planung, Entwurf und Bau" entnommen. Die grundsaetzliche Festlegung der Radverkehrsanlage erfolgt anhand des Kfz-Kriteriums und des Flaechenkriteriums. Wesentliche Kriterien fuer die Entscheidung zwischen Trenn- und Mischprinzip sind die Fahrgeschwindigkeit und die Staerke des Kfz-Verkehrs sowie der Anteil von Lkw und Bussen. Anhand des Knotenpunktkriteriums und sonstiger Parameter wie Parksituation, Zusammensetzung des Radverkehrs, Problem- und Engstellen sowie oeffentlicher Verkehr wird festgestellt, welche der moeglichen Varianten den speziellen Anforderungen am ehesten gerecht wird. Um eine sichere Fuehrung des Radverkehrs auf Knotenpunkten zu gewaehrleisten, ist auf gute Sichtbeziehungen und eindeutige Vorrangverhaeltnisse zu achten. Mit der 19. Novelle zur Strassenverkehrsordnung vom 1. Oktober 1994 wurde die Moeglichkeit geschaffen, den Radverkehr auf Mehrzweckstreifen zu fuehren. Sie sind auf Fahrbahnniveau angelegt und nur in eine Richtung befahrbar. Durch die Markierung eines Mehrzweckstreifens kann dem Radverkehr unter bestimmten Bedingungen relativ kostenguenstig und rasch eine eigene Linienfuehrung zur Verfuegung gestellt werden. In einer Tabelle wird der Breitenbedarf von Radfahranlagen - Radweg, gemischter Geh- und Radweg, Radfahrstreifen/Mehrzweckstreifen und Rad fahren im Mischverkehr - dargestellt. So betraegt beispielsweise die Regelbreite fuer einen Radweg im Einrichtungsverkehr 1,6 bis 2 Meter, im Zweirichtungsverkehr drei Meter. Bei beengten Verhaeltnissen ueber kurze Abschnitte muss die Mindestbreite im Einrichtungsverkehr 1 Meter und im Zweirichtungsverkehr 2 Meter betragen. Abschliessend werden Ziele fuer die Radverkehrsplanung formuliert. Diese soll unter anderem der Erhoehung der Verkehrssicherheit der Radfahrer bei gleichzeitiger Beruecksichtigung aller anderen Verkehrsteilnehmer dienen. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346368. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189121
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-7070-0044-3
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:28PM