Beitrag der Pruefer zur Verkehrssicherheit im Rahmen der optimierten Fahrausbildung

Das Ziel der Fahrschueler ist es, moeglichst schnell zum Fuehrerschein zu kommen. Wenn der Gesetzgeber eine Mindestanzahl von 20 Fahrstunden verlangt, sind die Fahrschueler der Meinung, nach diesen 20 Stunden fahren zu koennen. Ueber die Fahrpruefung kann die Ausbildung gesteuert werden. Die "Commission Internationale des Examens de Conduite Automobile" (CIECA) analysiert derzeit im Auftrag der EU-Kommission die Fuehrerscheinpruefungen in den EU-Mitgliedsstaaten. Die franzoesische Motorradpruefung zeigt, was bezueglich Beherrschung des Fahrzeuges alles verlangt werden kann. Ein Kandidat muss verschiedene Uebungen absolvieren. Eine dieser Uebungen lautet, in weniger als 22 Sekunden nach einem Slalom umzukehren und beim Zurueckfahren einen Bremsausweichhaken nach rechts zu machen. Das Kriterium ist das Umkehren. Wenn dabei zu schnell gefahren wird, rutscht das Motorrad weg oder der Kandidat wird so langsam, dass er die Sollzeit nicht erreicht. Auf Vorschlag der CIECA wurden solche Uebungen in den Anhang 2 der EU-Direktive 91439 aufgenommen. Fuer die Pruefung sieht die Direktive eine Mindestfahrzeit von 25 Minuten fuer den A- und den B-Fuehrerschein vor. Die CIECA ist allerdings der Meinung, dass diese 25 Minuten zuwenig sind, um das Verhalten eines Kandidaten ausreichend ueberpruefen zu koennen. Es muessten alle vier Verkehrsraeume beherrscht werden, naemlich das Wohngebiet, das stark befahrene Ortsgebiet, die Freilandstrasse und der hoehere Geschwindigkeitsbereich. Ein Fahrschueler in Wien hat seine Autobahnstunde gemacht, aber dass er im schnellen Verkehr sicher fahren kann, ist damit nicht garantiert. Wird eine schlechte Gegend zum Pruefen gewaehlt, kann er vor allem zeigen, dass er stauen kann. Bei der Pruefung sollten zumindest drei der vier Verkehrsraeume angefahren werden. Da der Kandidat nicht weiss, welche geprueft werden, muesste er in allen ueben. Hat ein Kandidat die Pruefung bestanden, muss er weiterlernen und weiterueben und alle Phasen des Fahranfaengers durchlaufen. Eine Mehrphasenausbildung setzt hier an. Sie erteilt mit der Pruefung die Erlaubnis, allein weiterueben zu duerfen. Was geuebt und beim Ueben gelernt wird, das wird nun auch ueberprueft. Es gibt den einheitlichen EU-Fuehrerschein, ein einheitliches Niveau der Pruefungen gibt es jedoch noch nicht. Nicht einmal innerhalb Oesterreichs ist das Niveau einheitlich. Da die Aus- und Weiterbildung der Pruefer in Oesterreich in die Kompetenz der Bundeslaender faellt, ist ein einheitliches Niveau schwer zu erreichen. Die oesterreichische Fuehrerscheinpruefung liegt im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346364. (KfV/A)

  • Authors:
    • PECINOVSKY, W
  • Publication Date: 2001

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01189112
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 1:28PM