Multimodale Mobilitaet als Chance

Multimodale Mobilitaet bedeutet, dass fuer die unterschiedlichen Wege die jeweils passenden Verkehrsmittel ausgewaehlt werden. In Oesterreich werden 42 Prozent der Wege ohne Auto zurueckgelegt, vor allem in Ballungsraeumen sind Gehen, Radfahren und Oeffentlicher Verkehr sehr wichtig. Die Zahl der Neuzulassungen von Autos sinkt seit dem Jahr 2007 leicht, waehrend die Zahl der Radfahrer gestiegen ist. Multimodaler Verkehr spart Kosten, erhoeht die Verkehrssicherheit und traegt zur Erreichung der Klimaschutzziele bei. Der oesterreichische Generalverkehrsplan stammt aus dem Jahr 2002 und enthaelt kein verkehrspolitisches Leitbild. Der VCOE fordert die Erstellung eines Gesamtverkehrskonzepts, das neben Zielen fuer den Strassen- und Schienenverkehr auch die Fortbewegungsarten Gehen und Radfahren beruecksichtigt. Das Landesverkehrskonzept in Vorarlberg aus dem Jahr 2006 zeigt, dass der Anteil des motorisierten Individualverkehrs durch den Ausbau des Oeffentlichen Verkehrs zurueckgegangen ist. Der VCOE plaediert insbesondere fuer die Verbesserung des Taktverkehrs in ganz Oesterreich. Multimodale Mobilitaet bedeutet auch die Moeglichkeit, Verkehrsmittel kombinieren zu koennen, etwa durch Bike-and-Ride-Anlagen, Mietraeder und Fahrradmitnahme in Oeffentlichen Verkehrsmitteln. Die Gesamtlaenge der in Oesterreich zu Fuss zurueckgelegten Wege hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verringert. 1995 wurden noch 27 Prozent aller Wege zu Fuss zurueckgelegt, im Jahr 2007 nur mehr 18 Prozent. Da bei 9 Prozent aller Autofahrten weniger als ein Kilometer gefahren wird, besteht hier ein erhebliches Verlagerungspotenzial. Durch entsprechende organisatorische und technische Loesungen kann Gehen als Bestandteil multimodaler Mobilitaet attraktiver gestaltet werden. Eine Moeglichkeit etwa ist Car-Sharing, das neben oekologischen und finanziellen Vorteilen auch einen positiven Einfluss auf das Gehen hat. Statt einer Optimierung einzelner Verkehrsmittel schlaegt der VCOE eine Optimierung des Verkehrssystems vor, um es effizienter zu gestalten. Neben den bereits angesprochenen Angeboten gehoeren dazu auch Park-and-Ride-Anlagen, die Umgestaltung von Bahnhoefen zu Mobilitaetszentren, Mitfahrboersen, Elektro-Autos und andere. Neue technologische Loesungen im Telematikbereich unterstuetzen multimodale Mobilitaet ebenso wie E-Ticketing beziehungsweise Mobility-Cards. Erfahrungen mit Grossveranstaltungen aus Deutschland und Oesterreich zeigen, dass multimodale Konzepte den Umstieg vom Individual- auf den Oeffentlichen Verkehr foerdern. (KfV/K)

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  • Corporate Authors:

    Verkehrsclub Oesterreich (VCOE)

    ,    
  • Publication Date: 2009

Language

  • German

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  • Accession Number: 01148721
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901204-62-8
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jan 25 2010 8:36AM