Soziale Aspekte von Mobilitaet

Mobilitaet ist eine Grundvoraussetzung fuer die soziale Integration in die Gesellschaft. Je hoeher das Haushaltseinkommen ist, desto mehr Pkw-Kilometer werden pro Jahr zurueckgelegt. Haushalte mit dem niedrigsten Einkommen verwenden nur 8,1 Prozent ihrer Ausgaben fuer Mobilitaet, der durchschnittliche Wert fuer Oesterreich liegt bei 16,1 Prozent. Zu den Faktoren, die das Mobilitaetsverhalten beeinflussen, gehoeren - neben dem Einkommen - Familiengroesse, Bildungsgrad und Wohnort. So verfuegen etwa in Wien 41 Prozent der Haushalte nicht ueber ein eigenes Auto, in laendlichen Gebieten sind es nur 17 Prozent. Die Grundsicherung von Mobilitaet wird ueber ein gutes oeffentliches Verkehrsnetz und soziale Leistungen erreicht. Konsumverhalten und Klimaschaedigung stehen in engem Zusammenhang. Der Lebensstil von einkommensschwachen Personen ist zum einen klimaschonender als jener von Besserverdienenden, zum anderen ist diese Gruppe von den Auswirkungen des Klimawandels, etwa hoeheren Lebensmittel- und Energiepreisen, massiver betroffen. Die externen Kosten des Verkehrs belaufen sich in Oesterreich nach Berechnungen des VCOE auf 17,5 Millionen Euro pro Jahr. Ein Pkw-Kilometer verursacht durchschnittlich externe Kosten von 41 Cent, die von der Allgemeinheit bezahlt werden. Der VCOE fordert, dass bei der Internalisierung der externen Kosten des Strassenverkehrs auf soziale Gerechtigkeit geachtet wird. Etwa 14.600 Haushalte mit einem unterdurchschnittlichen Einkommensniveau bei gleichzeitig hoher Pkw-Fahrleistung sind von Steigerungen bei Pkw-Kosten besonders betroffen. Diese Gruppe sollte durch einen finanziellen Ausgleich, etwa bei Mautgebuehren oder Pendlerpauschale, gefoerdert werden. Das derzeit gueltige Pendlerpauschale ist sozial nicht treffsicher, da hoehere Einkommensgruppen staerker entlastet werden. Durch den Ausbau des oeffentlichen Verkehrs soll die soziale Mobilitaet verbessert werden. Insbesondere der laendliche Raum, und hier vor allem aeltere Personen und Jugendliche, wuerden davon profitieren. Maenner legen durchschnittlich mehr und laengere Wege mit dem Pkw zurueck als Frauen. Gender Mainstreaming und Gender Budgeting sind Massnahmen, durch die Chancengleichheit der Frauen erreicht werden kann. Positive Beschaeftigungseffekte koennen durch den Ausbau des oeffentlichen Verkehrs, aber auch der Infrastruktur fuer Radfahrer und Fussgaenger erreicht werden. (KfV/K)

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  • Corporate Authors:

    Verkehrsclub Oesterreich (VCOE)

    ,    
  • Publication Date: 2009

Language

  • German

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  • Accession Number: 01148719
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901204-60-1
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jan 25 2010 8:36AM