HMI-Design: Warnsignale vs. Alarme - was brauchen wir wirklich? / HMI-design: warning signals versus alarms - what do we need?

Aufgrund der immensen Zunahme an Assistenzsystemen im Fahrzeug und deren mangelnder Integration kann es zu Problemen im Zusammenspiel der verschiedenen Systeme kommen. Einer dieser Aspekte betrifft die Meldungen der einzelnen Systeme an den Fahrer, die zu Missverstaendnissen oder Irritationen fuehren koennen. Oftmals werden einfache Toene verwendet, die jedoch keine weitere Information ueber die zu signalisierende Situation enthalten. Aus diesem Grunde sind solche Alarme in der Verwendung in sicherheitskritischen Kontexten nicht zu empfehlen. Stattdessen sollten auf Basis alternativer Gestaltungsideen Warnsignale entwickelt werden, die diese Probleme ueberwinden. Auf dieser Grundlage wurden Warnungen gestaltet, die den Fahrer mit Information ueber eine kritische Fahrsituation versorgen. Diese Warnungen wurden mit einem einfachen Alarm in einer Simulatorstudie mit 160 Probanden evaluiert. Als Warnvarianten wurde ein situativ passendes Geraeusch (Fahrradklingel oder Bremsgeraeusch) oder ein Ton (600 Hz) verwendet. Dies wurde entweder allein oder in Kombination mit einer rot blinkenden LED-Leiste dargeboten. Jede Versuchsperson erhielt nur eine Umsetzung, also entweder Ton, Geraeusch, Ton und LED oder Geraeusch und LED. In zwei Kollisionsszenarien wurden Bremsreaktionszeiten erfasst. Die Studie verglich somit einen einfachen Alarm (Ton) mit einem Warnsignal (Geraeusch) und ueberpruefte gleichzeitig, ob ein visueller raeumlicher Hinweisreiz einen zusaetzlichen positiven Effekt hervorruft. Die Ergebnisse zeigen, dass eine zusaetzliche Darbietung der LED-Leiste immer zu einem Reaktionszeitvorteil fuehrt, unabhaengig davon, ob ein Ton oder ein Geraeusch verwendet wird. In einem Szenario zeigte sich auch ein Vorteil von Geraeusch gegenueber Ton - hier wurde ein Bremsgeraeusch als Warnung vor einem vorausfahrenden ploetzlich bremsenden Auto verwendet. Als Fazit laesst sich festhalten, dass ein Warnsignal entweder aus einem Ton oder einem Geraeusch mit einer zusaetzlichen raeumlichen visuellen Komponente bestehen sollte, damit durch diesen visuellen Warnaspekt die Aufmerksamkeit auf die Strasse gelenkt wird. Sollte ein Hersteller allerdings eine unimodale Warnung bevorzugen, so sollte diese unbedingt aus einem Geraeusch bestehen, da eine Tonwarnung als einfacher Alarm keine weitere Information ueber die Gefahrensituation transportiert und von anderen Fahrzeugmeldungen schwer unterschieden werden kann. (A) ABSTRACT IN ENGLISH: In this research project warning signals were designed which transport information about the critical situation to the driver. These signals were evaluated and compared to a conventional alarm in a driving simulator study with 160 participants. The warning alternatives were either a sound which matched to the situation in which it was used (either a bicycle bell or screeching tires) or a simple tone (600 Hz). They were presented alone or in combination with a red blinking LED-band. Each participant only experienced one warning condition which was either the simple tone, sound, tone + LED-band or sound + LED-band. These signals were tested in two collision scenarios and brake reaction times were assessed. So this study compared a simple alarm (tone) to a warning signal (sound) and in addition in two conditions a visual spatial component was integrated as well to see if it has supplemental effects. Results show that the additional provision of the LED-band always led to an advantage in terms of brake reaction times. This was independent of tone or sound as the auditory component. In one scenario which was a situation with a car driving in front of the own car and suddenly performing an emergency brake there was also an advantage of the sound of screeching tires compared to the tone. Summarizing a warning signal should consist of a tone or a sound with an additional visual spatial component because with this visual aspect the driver attention can be directed towards the driving scene. However, if manufacturers prefer an unimodal warning it should be a sound because a simple tone is an alarm and does not carry any information about the critical situation and is hardly distinguishable from other in-car signals. (A) Beitrag zum Themenbereich "Jahrmarkt der Innovationen" der 24. VDI/VW-Gemeinschaftstagung "Integrierte Sicherheit und Fahrerassistenzsysteme", Wolfsburg, 29. und 30. Oktober 2008. Siehe auch Gesamtaufnahme der Tagung, ITRD-Nummer D364581.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 387-96
  • Serial:
    • VDI-Berichte
    • Issue Number: 2048
    • Publisher: VDI Verlag GmbH
    • ISSN: 0083-5560

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01148679
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jan 25 2010 8:30AM