Nachweisverfahren zum Erhalt des gemauerten Chemnitztal‐Viadukts. 22. Dresdner Baustatik‐Seminar – „Realität – Modellierung – Tragwerksplanung“

Analysing the masonry Chemnitztal‐Viaduct with the aim of preservation of the railway bridge

Der Beitrag stellt zunächst verschiedene Nachweisverfahren für gemauerte Bogenbrücken vor. Dies erfolgt am Beispiel des Chemnitztal-Viadukts, einer historischen gemauerten Eisenbahnbrücke. Eingegangen wird auf die wesentlichen Vor- und Nachteile der verschiedenen untersuchten Berechnungsmodelle. Das sind: grafisches Stützlinienverfahren, Stabwerksmodell und verschiedene Scheibenmodelle. Für den Nachweis des Chemnitztal-Viadukts verwendete man das Stützlinienverfahren in Verbindung mit dem Traglastverfahren. Nach Ermittlung der Stützlinie sind für jede Laststellung und Einwirkungskombination die zugehörigen Normalkräfte und Ausmittigkeiten sowie der daraus resultierende Beanspruchungspfad aus Laststeigerung in jedem Bogenquerschnitt bekannt, einschließlich des nichtlinearen Verhaltens der Bogenkonstruktion aus belastungsabhängiger Rissbildung mit sich öffnenden Fugen. Die Tragfähigkeit des Bogenquerschnitts lässt sich mit bekannten Material- und Geometriewerten für das gewählte Nachweisverfahren als Bemessungs-Traglastkurve ermitteln. Der Schnittpunkt von Beanspruchungspfad und Bemessungs-Traglastkurve gibt den rechnerischen Bruchzustand an. Eine mögliche Tragreserve ist nach Berücksichtigung von Lastfaktoren und gegebenenfalls Schwing- und Lastklassenbeiwerten sofort ersichtlich. Lässt sich die Bemessungslast im Iterationsprozess nicht vollständig aufprägen, so ist das Versagen zuvor durch Gelenkkettenbildung charakterisiert und die Querschnittstragfähigkeit wird nicht erreicht. Erreicht die Beanspruchung weder die Materialfestigkeit noch eine Gelenkkettenbildung, so ist die Standsicherheit nachgewiesen. Die Richtlinie 805 der Deutschen Bahn AG empfiehlt vier Bewertungsstufen. In der Bewertungsstufe 4 erfolgt die Kalibrierung des Berechnungsmodells mit Hilfe von Versuchen. Beim Chemnitztal-Viadukt werde die Versuche durch Belastung mit Doppellock und Schwertransport (600 Tonnen) in verschiedenen Laststellungen durchgeführt. Die gemessenen Verformungen dienten zur Kalibrierung des FE-Berechnungsmodells. Dadurch verhält sich das Berechnungsmodell in seiner Steifigkeit realitätsnah. Ziel der durchgeführten Untersuchungen ist der Erhalt des Chemnitztal-Viadukts. ABSTRACT IN ENGLISH: Using the example of a nine‐field railway arch bridge in Chemnitz different methods for the verification of the structural stability are compared. The determination of the relevant thrust line is determined using a special FE calculation software, which takes into account the structural non‐linearity of masonry constructions. The design resistance of the masonry under eccentric stresses is determined by various methods. For the calibration of the calculation model load tests were carried out with a 600 t heavy load. The preservation of the Chemnitztal Viaduct should be the aim of the analysis. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References; Tables;
  • Pagination: pp 528-48
  • Serial:
    • Bautechnik
    • Volume: 96
    • Issue Number: 7
    • Publisher: Ernst & Sohn GmbH
    • ISSN: 0932-8351

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01721584
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Aug 23 2019 3:17AM