Gute Perspektiven

Es ist ja so Brauch, dass zum Jahresausklang Zukunftsperspektiven skizziert werden. Die guten Perspektiven, um die es hier geht, beziehen sich allerdings nicht auf das neue Jahr. Sie gelten vielmehr zukünftigen Straßen, die bis dahin nur im Entwurf existieren, genauer: ihrer Ansicht in der Fahrerperspektive. Was das bedeutet in einer Zeit, in der es noch keine digitale Visualisierung gab und Probleme vorzugsweise analytisch und nicht numerisch gelöst wurden, kann heute kaum jemand ermessen. Bei der Autobahnplanung hat man die perspektive Wirkung des räumlichen Straßenbands relativ bald als wichtig und sicherheitsrelevant erkannt − ihre Vorabkontrolle ist nach wie vor aktuell und wird es weiterhin bleiben, zumindest so lange noch nicht alle Kfz auf unseren Straßen "autonom" fahren. Die Zeitgenossen, die über das räumliche Vorstellungsvermögen verfügen, um den schwer fassbaren dreidimensionalen Gegenstand systematisch zu erschließen, sind dünn gesät − kein Wunder, sie stehen in einer Reihe mit Genies wie Leonardo Da Vinci und Albrecht Dürer. Einer, der es konnte, ist Fritz Freising, geboren am 29.05.1909 in Gmunden am Traunsee. Er setzt sich in den 1940er-Jahren intensiv mit dem Thema auseinander und verfasst unter anderem eine Doktorarbeit darüber. "Folgerungen aus der Untersuchung des perspektiven Bilds von Linienelementen der Straße" lautet der Titel der Dissertation, die er 1948 in der Fakultät für Bauwesen der Technischen Hochschule Stuttgart einreicht. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures;
  • Pagination: pp 874-8
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01708212
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Jun 7 2019 4:57AM